Lebenslinien: Markus Wasmeier – Nach dem Rennen (BR, Montag, 5. April 2021, 22.00 Uhr)

Lüftlmalerei und Riesenslalom.

Schmerzpunkt dieser Lebenslinien von Monika Manoutschehri ist der Besuch von Rosi Mittermeier und Christian Neureuther, diesen eitlen Selbstvermarktern, die ihre Lebenslinien schamlos für Eigen-PR diskreditiert haben. Die müssten für jeden Auftritt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bezahlen, weil es sich um eine reine Investition in ihren PR-Wert handelt. Es ist nicht einzusehen, dass für solche Investitionen der Zwangsgebührenzahler aufkommen muss, der Gewinn aber von den Promis privat eingesteckt wird; da liegt viel Einnahmepotential bei den unter Sparzwang stehenden Öffentlich-Rechtlichen. 

Umso positiver sticht Markus Wasmeier hervor. Wasmeier nimmt man seine Heimatverbundenheit ab, nicht nur wegen dem Dialekt, sondern wegen seinem Einsatz für das Museumsdorf, das er idealistisch aufgebaut hat.

Der ehemalige Skirennfahrer und Olympiamedaillengewinner stammt aus Handwerkerverhältnissen, hat selber als Maler angefangen. Sein Vater war Lüftlmaler und in der Fantasie spinnt die Verbindung von Riesenlalom und Lüftlmalerei wunderbare Kapriolen. 

Wer hier bei filmjournalisten.de schon mal reingeschaut hat, dürfte die Skepsis von stefe Promi-Lebenslinien gegenüber bekannt sein, grad weil sie, wie eingangs oben erwähnt, oft korrumpiert werden zu reiner Personality-Show mit PR-Effekt. Der Erhalt von Monumenten, von Häusern der bäuerlichen Kultur im Alpenland Bayern gehört sicher nicht zu der Kategorie. 

Es gibt eine Szene im Film, wie Wasmeier mit seiner Gitti über deren Krebserkrankung spricht und sie am Seeufer stehen, da kommt das Alpenpanorama im Hintergrund rüber wie ein Gemälde von Ferdinand Hodler. Auch so ein Bild, ob zufällig oder nicht, kann zum Qualitätsmerkmal einer Dokumentation werden. 

Angenehm ist, dass die Skikarriere mit ihren Erfolgen und Misserfolgen wie nebensächlich abgehandelt wird. Zentrum des Lebens von Wasmeier ist Schliersee, die Bodenhaftung braucht er und wie Jutta Speidel es schon getan hat mit ihrem Horizont-Projekt, stellt er das Interesse für sein Museumsdorf in den Mittelpunkt, bei dem die ganze Familie mit den drei Söhnen mit anpackt, auch sie sind alle offenbar handwerklich nicht nur interessiert, sondern auch begabt. Und auch der Vater von Markus Wasmeier tut mit. 

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