Once a Week

Gegen den Coronafrust.

In diesem sensiblen, erotischen Kammerspiel von Matías Bize nach dem Drehbuch von Julio Rojas ist die Liebe eine Luxussache, ein Vorgang, der das Leben der Beteiligten vielfältiger, schöner, exklusiver, einmaliger macht. 

Eine Liebe, die losgelöst ist von Besitzdenken, von gesellschaftlicher Verpflichtung, von der Familien- und Fortpflanzungsangelegenheit und vor allem: frei von jeglicher Routine, die so gerne die Liebe tötet. 

Es ist jedes Mal fraglich, ob sich Julia (Eva Arias) und Manuel (Josué Guerrero) in der Wohnung der Freundin von Julia wiedersehen werden. Es ist eine geheimnisvolle Liebe, geheimnisvoll insofern, als die beiden wenig übereinander wissen, nur nach und nach dringen wenige biographische Informationen und Festlegungen durch; so spröde wie allenfalls in einem Theaterstück von Pinter. 

Geheimnisvoll aber auch, als es eine verschwiegene Liebe ist, eine Seitensprungliebe. Es ist eine andere Seitensprungliebe als im Theaterstück „Nächstes Jahr gleiche Zeit“, in welchem übliche Paarprobleme virulent werden, in welchem Rituale sich einschleichen. 

Bei Bize ist es eine Liebe ohne Bestrafung, ohne festgefahrene Erwartung, ohne Berichtspflicht, ohne Kontrolle, ohne Vorwürfe. Wie Julia Manuel einmal mit einem Seitesprung vom Seitensprung versetzt, kommt er das nächste Mal mit einem Text daher, einem etwas unbeholfen poetischen Text, rührend, den er in der Wartezeit geschrieben hat und der ein starkes Licht auf die Art ihrer Liebe wirft, worin deren Stärke liegt. 

Der musikalische Kommentar besteht im Wesentlichen aus zwei auf Spanisch gesungenen Liebesliedern; suggerierend, dass auch dieser Film ein Loblied auf die Liebe, auf eine besondere Liebe ist. 

Die deutsche Synchro ist respektvoll behutsam. 

Matias Bize beobachtet seine beiden überzeugenden Protagonisten oft, wie sie ernst schauen, skeptisch als ob sie selbst nicht wissen, wie ihnen geschieht, als ob sie dieses luxuriöse Liebesgeschenk selbst kaum fassen können; Misstrauen diesem Glück gegenüber, was sich nicht festschreiben lässt. 

Ein Film, bei dem die beiden Witze, die darin vorkommen, durchaus eine Funktion haben, insofern sie den Ernst und die Leichtigkeit der Lage testen; denn Julia habe nicht gelacht vorher. Ein Liebeswunder. Wobei sich gleichzeitig die Frage nach der wahren, der wahrhaftigen Liebe stellt und das Symbol der stehengebliebenen Uhr. 

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