Kommentar zu den Reviews vom 1. April 2021

Bedingungslose Verfechter des Kinos sind wir allemal. Ende des 19. Jahrhunderts kam es zur Welt, anfangs des 20. Jahrhunderts war es noch in der Strampelhose. Aber schnell schon wurde es groß und erlebte und prägte sein erstes Jahrhundert. Dieses war nicht gerade Friede, Freude Eierkuchen. Das Kino wurde Zeuge, Dokumentarist, Begleiter, Kritiker oder auch Mittäter schlimmster Kriege, brutalster menschlicher Auseinandersetzungen, aber auch unglaublicher technischer Entwicklungen; mit denen es selbst mitging und teils diese auch beeinflusste. War das Kino mit seinen SciFi-Filmen schneller als die Realität? Hat es diese gar angeschoben? Oder hat die Kinowahrheit den Entwicklungen tatenlos zugeschaut? Wo ist die Kinowahrheit dabei abgeblieben? 

Letztendlich ist das Kino nur ein leerer Raum, als solcher unschuldig, passiv, in welchem sich je nach den Bildern, die gezeigt werden und den Menschen, die sie anschauen, die sie auf sich wirken lassen, dies oder das tut. 

Ok, dafür haben wir ja die Kritiker, die vorgeben zu wissen, ob ein Film Gutes tut oder nicht, ob er Bildung, gar Gemüts- und Herzensbildung betreibt oder nicht, ob er das Differenzierungs- und Urteilsvermögen stärkt oder bloß Dope, Ausschütter von Traumpulver, Anheizer von Adrenalin, Benebler ist, Gift gar (nichts spannender, als wenn Filmarchive ihre Giftschränke öffnen!), ob es das Kino schafft, die Dinge hinter den Dingen sichtbar zu machen oder noch hehrer: 24 mal pro Sekunde Wahrheit zu sein, ob es die Wirklichkeit abbildet, Träume oder Wünsche wahr werden lässt, ob es dem Zuschauer das Gefühl von Geborgenheit oder Kälte, Heimatlosigkeit, Verzweiflung bis zum blanken Horror vermittelt, ob es ihm einen Schrecken einjagt oder Glücksgefühle, ob es den Zuschauer im Regen stehen lässt oder ihm gar einen festen Boden unter den Füßen vorgaukelt, Heimat zu werden scheint, ob es Dinge sagt, die der Zuschauer spürt, die zu sagen er aber nicht imstande ist oder sich bisher nicht getraut hat, ob es dem Zuschauer das Gefühl gibt, er werde ernst genommen und nicht veräppelt, ob es ihm neue Weltsichten und Perspektiven eröffnet oder nur Anlass für Geschimpf, Skandal und Ablehnung gibt. Ob das Kino Lebenshilfe, Lebenssteigerung, Lebensersatz/Surrogat ist. 

Und wieder gibts ‚gefährdete‘ Filme von der Coronahalde, dann Spannend-Neues auf DVD, die Öffentlich-Rechtlichen nahmen sich eine Bonner Sumpfblüte vor . 

Filme

WOMAN – 2000 FRAUEN, 50 LÄNDER, 1 STIMME

Frau schlechthin. Frau in der Welt. Welt der Frau. 

WAS GESCHAH MIT BUS 670?

Mexiko – Land ohne Gesetz; Land des Gemetzels. 

CURVEBALL

Kein Ruhmesblatt für den deutschen Bundespräsidenten. 

EIN BISSCHEN BLEIBEN WIR NOCH

Warum nicht auch mal ins feine Hotel ziehen?

DVD

HONEST THIEF

Der anständige Dieb hat immer unsere Sympathie. 

ONCE A WEEK

Sensibles Kammerspiel einer ungewöhnlichen Seitensprungbeziehung. 

INFECTION

Nicht Corona, eine Mutation des Tollwoodvirus wühlt Venezuela auf. 

VoD

ONCE A WEEK

So, dass Liebe nicht zur Routine wird. 

INFECTION

Weshalb die Menschen aus Venezuela fliehen. 

TV

DIE GEHEIMNISSE DES SCHÖNEN LEO

Nicht alles, was glänzt, ist auch seriöse Politik – das war schon in Bonn so.

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