Automotive – Arbeit Auto Zukunft (BR, Mittwoch, 24. März 2021, 22.45 Uhr)

Lauter dokumentarische Todsünden. 

Wenn Audi so planlos Autos baute, wie Jonas Heldt seine Doku, dann würden die nicht einen Millimeter fahren – und womöglich kaum als Autos erkennbar sein. 

Todsünden, wenn man vom anspruchsvollen Dokumentarfilm ausgeht; fürs Fernsehen mögen das lässliche Sünden sein – das öffentlich-rechtliche Publikum dürfte um die Zeit eh medikamentengedämpft vorm TV eingedöst sein, falls es nicht schon lange im Bett ist.

Dokumentarische Todsünden.

Kein Plan, kein Konzept. Kein klares Thema. 

Statements, private Meinungsdrescherei über die subjektive Befindlichkeit. Ein Sammelsurium von Aussagen. Miserabel inszeniertes Kantinengespräch. 

Keine nachvollziehbaren Vorgänge in den Betrieben.

Private Vorliebe des Regisseurs für hübsch hergerichtete Frauen ist unübersehbar. 

Fette Audiwerbung. 

Die unsägliche TV-Verzopferei. 

Es sind halbherzige Porträts vor allem von zwei Protagonistinnen; der Film protzt im Titel nur so vor Bedeutungsanspruch und schmückt sich im Vorwort sogar mit einem Bibelwort aus dem Paulusbrief.

Jede Menge belangloser Beifang, 

So ein gespreizt und umfassend behauptetes Thema muss man entweder in großen, zentralen Linien bearbeiten oder sich auf einen präzisen und präzise beleuchteten Ausschnitt beschränken, beides ist hier nicht der Fall; hier ist nur Kuddelmuddel aus dem geographischen Bereich des Themas.

Der junge Dokkumentarist sollte vielleicht mal ein paar frühe Dokumentarfime von später berühmten (Spielfilm-)Regisseuren anschauen, von Stenley Kubrick „The Seafarers“, ein Film über die gerechte Verteilung der Jobs der Seeleute in L.A oder von Bernardo Bertolucci „La Via del Petrolio“ (fürs TV gedreht), eine Doku über die Ölförderung im Nahen Osten, dessen explosiver Bilder-Kraft sich kaum zu entziehen ist oder von Peter Nestler „Wie macht man Glas“, „Erzbergbau Eisenherstellung“, „Wie baut man eine Orgel“, einem Meister der Beschreibung konkreter Vorgänge.

Der Film darf als miserabler Ausweis über die Arbeit an der Doku-Abteilung der HFF gesehen werden. 

Und schon gar nicht ist es eine journalistische oder Recherchedoku. Lediglich ein Bilderverhau über Automatisierung, Gabelstaplerfahrer, private Vorliebe des Regisseurs für zwei hübsche Frauen, Einblicke in deren Privatleben, Gewerkschaftsthema und Streik, Leiharbeiter gestreift, Betrugsskandal Audi, Statements von weiteren Mitarbeitern in diversen Positionen, Personalgespräche, Umbau des Produktionsprozesses und trotz Reinschneidens diversen Beifangs wie Statements von zwei Personen im Verkehrsstau oder eines mit Autos spielenden Buben, von Gymnastik am Arbeitsplatz, hat es nicht einmal für eine Spielfilmlänge gereicht – das ist ernüchternd bei einem so gigantischen Themenanspruch. 

Der Film bringt kaum mehr als abgedroschene Plattitüden zum Thema Umbau der Arbeitswelt und somit keinen tauglichen Beitrag zu einer Diskussion darüber. 

Der Titel ist reine Angeberei und Augenwischerei. 

Irgendwer von den Verantwortlichen beim finanzierenden BR, FFF Bayern oder bei der HFF hätte rechtzeitig den Stecker ziehen müssen.

Dämliche Fragen: Glaubst Du, der Mensch an sich ist faul?

Vertrödelung von Zwangsgebührengeldern. 

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers! 

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