Lebenslinien: Janosch – Ja ist gut, nein ist gut (BR, Montag, 8. März 2021, 22.00 Uhr)

Unbedarft 

Hier schlackert einem die Diskrepanz zwischen dem süß-bösen Werk von Tigerenten-Janosch und dem Lebenslinienfilm über ihn von Joachim Lang schmerzhaft um Augen und Ohren. 

Joachim Lang hat ein schwer konsumierbares Szenen- und Bilder-Konglomerat zusammengeschustert an gesprochenem Oberlehrerinnenkommentar, an unbedarften Fragen an den Progtonisten („Hast Du abgemalt?“, „Gab es viele Schmuggler?“), an Begehungen von vergangenen Orten im Leben des Künstlers (öffentlich-rechtliches Reisebudget nach Polen, ehemals Schlesien, Teneriffa, München, Oberbayern, Norddeutschland) und diesen Mix unterlegt mit Zigeuner-Jazz-Sound-Versuchen.

Für das, was Janosch erzählt, sind die Reisen eher störend, gegenüber den Grausamkeiten und Brutalitäten, die er selbst erlebt hat in seiner Jugend, sind die Örtlichkeiten nichtssagend; dabei gibt er möglicherweise einen Schlüssel zu seinem Werk. 

Verwunderlich ist, warum Janosch sich zu so einem Feature hergibt; laufen seine Bücher nicht mehr so gut? Braucht er PR? Irgendwie schafft der Film es nicht, den Künstler als Person einem näher zu bringen; Janosch ist auch nicht der begnadete Selbstdarsteller-Promi; das macht ihn zwar sympathisch, aber die Lebenslinien über ihn keinen Deut besser; Janosch erweckt sogar den Eindruck, als empfinde er den Film als lästige PR-Aktion, der er sich murrend fügt. 

Was hat sich Zwangsgebührentreuhänderin Christiane von Hahn dabei gedacht, wie sie das Zwangsgebührengeld für den Beitrag freigegeben hat? 

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

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