BR-Klassik: Karneval der Tiere (BR, Sonntag, 7. Februar 2021, 10.20 Uhr)

Pädagogisches Sonntagsvormittagsfernsehen.

Das Papiertheater Nürnberg entwickelt laut eigener Website „Gesellschaftsinszenierungen“ und „führt interdisziplinäre Prozesse zwischen bildender, darstellende und sozialer Kunst durch“. 

Hier hat es sich mit dem Münchner Rundfunkorchester zusammengetan, um in einer Dreiviertelstunde eine kinderfreundliche Einführung in den „Karneval der Tiere“ von Camille Sain-Saens zu geben. 

Hans Hadulla hat das inszeniert. Es ist ein Wechsel aus klassischer Musik, dargeboten von professionellen Musikern in klassikkonformer Kleidung und gut ausgeleuchtet mit Erklärungen und Erläuterungen dazu durch das Papiertheater. 

Da wird ein Hahn oder eine Schildkröte oder ein Fuchs oder ein Pferd als Umriss aus weißem Papier hergestellt. Oder die Dirigentin bekommt die Umrisse einer Krone aus weißem Papier auf die Stirn geklebt oder der Streichmusiker bekommt Eselsohren oder es wird ein aus Papier geformter Vogel an einer Angel vor der Dirigentin herumgeführt. 

Oder ein Fenster wird in einer weißen Papierfront aufgerissen und ein Erklärkopf schaut heraus und spricht in die Kamera; der Ausschnitt kann aber auch zur Bühne für die Papierfiguren werden. Es kann auch sein, dass hier zwei Schildkröten aus weißem Papier sich unterhalten, streitende Komponisten, Offenbach und Saint Saens ereifern sich über Urheberrechte. 

Auf die papierene Tiervorstellung folgt der Ausschnitt aus dem Karneval der Tiere, wie ein Elefant klingt, ein Löwe, ein Kuckuck, ein Esel, aber auch das Aquarium kommt vor, das Papier wird dann blau eingefärbt und zu den klassischen Instrumenten kommen die Gläser hinzu, aus denen durch Reibung mit der Hand ein sphärischer Klang entsteht. 

Die Dirigentin hat einen sympathischen französischen Akzent und zum Schluss kommt das Finale. Ob Kinder so für die klassische Musik gewonnen werden können, da müsste man sich nach so einem Coronalockdownmorgen in den Familien umhören, die das bayerische Fernsehen eingeschaltet haben – es dürfte sich überwiegend um gut bürgerliche Familien handeln, also Klassikinsider. 

Ein Gedanke zu „BR-Klassik: Karneval der Tiere (BR, Sonntag, 7. Februar 2021, 10.20 Uhr)“

  1. stefe hat noch ein Feedback von einer Mutter eingeholt, die die Sendung mit ihren zwei Töchterchen (7 und 9 Jahre) geschaut hat:

    „Mal etwas Neues- wir haben noch nie klassische Musik weder gehört noch geschaut. Ich fand das so aufbereitet supergut für die Kinder. Sie blieben dran, auch wenn sie Bunteres, Schnelleres und ein mehr an Geschichten gewohnt sind von der digitalen Welt.
    Hier ein paar Statements:
    – die Geige ist schön
    – das Wasser und die Aquarium-Musik, v.a. die klingenden Gläser waren schön,
    – beim Lied zu den langen Ohren der überraschende Ausruf: die spielen ja I-A!
    Ich fands kurzweilig und mega toll aufbereitet – die französische Dirigentin ist voll in ihrem Element, das merkt man 🙂 Und die Papier-Idee super für die Übergänge zwischen den Liedern.
    Sicher aber schauen das nur Kinder, die keine anderen Fernseh-Alternative haben und von den Eltern dazu „verdammt“ werden, die fast 50 Minuten fertig zu schauen 😉 die MacherInnen habe aber sicher das Optimum an Unterhaltung rausgeholt!“

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