Farewell Amor (MUBI)

Streamingversuch

Eine Kollegin hat mir wieder von MUBI einen Link zu einem kostenlosen Screening geschickt. Das hat bei Ganze Tage zusammen schon mal wunderbar funktioniert. Das war ein sehenswerter Kurzfilm über die Mamre-Patmo-Schule der Bodelschwinghschen Anstalten. Der einzige Nachteil war, dass stefe daraufhin massiv bombardiert worden ist mit Werbemails von MUBI, das war aber auch mit einem Klick wieder abzustellen.

Diesmal gab es einen Langfilm, einen Debütfilm. Derjenige von Ekwa Msangi. Es scheint, dass die Grundlage dafür ihr Kurzfilm ähnlichen (portugiesischen) Titels war: Farewell Meu Amor. Zwei der Figuren tauchen auch hier schon auf: Walter und Linda. 

Im jetzigen Langfilm ist Walter (exzellenter Cast: Ntare Guma Mbaho Mwine) Taxifahrer in New York. Vor 17 Jahren hat er Angola nach dem Bürgerkrieg verlassen, um hier eine Existenz mit Zukunft für die Familie aufzubauen. Er konnte aber ohne Liebe nicht sein. Linda ( Nana Mensah), eine Krankenschwester gab sie ihm und er erwiderte sie. Walters Frau Esther (Zainab Jah), eine gläubige und sicher auch gutgläubige Christin, weiß davon nichts und denkt nicht im geringsten an die Möglichkeit. 

Der Film fängt damit an, dass Walters Frau und Tochter Sylvia (Jayme Lawson) im J.F.K-Airport in New York ankommen für das erträumte gute Leben. Wiedersehen nach 17 Jahren. 

Regisseurin Ekwa Msangi beherrscht die Kunst, eine erfundene Geschichte so zu erzählen, dass man glaubt, sie sei wahr, indem sie Schritt für Schritt der Handlungsentwicklung folgt und dem Zuschauer die wichtigsten Informationen bietet, ohne auf Elementares zu verzichten. Es ist zu verfolgen, wie die Lügen im Leben der verschiedenen Menschen ihren Weg gehen. Sie beschreibt das mit fast boshafter Genauigkeit. 

Sylvia soll in New York studieren. Sie hat aber Tanz im Kopf. Mutter soll das nicht mitbekommen. Mit der Begegnung mit DJ (Marcus Scribner) bahnt sich eine klassische Liebesgeschichte an und mit der Einladung „Dance Cypher“ rückt für Sylvia der Traum vom Tanzen näher. 

Es ist ein Film, wie er hier bei uns vermutlich am ehesten auf Festivals zu sehen sein dürfte, den also der Kinogänger normalerweise nicht zu Gesicht bekommt; insofern eine Besonderheit. Er hatte seine Premiere in Sundance, was eine Auszeichnung für sich ist. 

Das Problem für mich beim Screening war möglicherweise mein alter Rechner, vielleicht war er mit der Datenmenge, die MUBI in seine Filme steckt, überfordert, jedenfalls wurde die Sichtung immer ruckliger, der Film blieb immer öfter stehen; aber was ich gesehen habe, reicht durchaus für einen hervorragenden Eindruck eines sehenswerten Filmes. Vor dem Film macht die Regisseurin eine kleine Anmoderation und weist daraufhin, dass nach dem Film noch darüber diskutiert wird. 

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