Haldern Pop – Dorf mit Festival (Internationale Hofer filmtage)

Am Wegrand – aber mit Gemeinschaftsgefühl.

Haldern ist ein Dorf mit wenig Tausend Einwohnern, irgendwo auf dem Weg von Paris nach Berlin oder von Zürich nach Kopenhagen oder von London nach Rom. Diese Lagebeschreibung des Dorfes trifft zu aus der Sicht von internationalen Sängern, Pop, Rock, Techno, Bands, die ihre Konzerte in den Metropolen geben. Manche machen dazwischen Station in Haldern. 

Hier gibt es das Musikcafé „Haldern Pop“ und das ist es, was Haldern von ähnlichen Provinzstädtchen unterscheidet. 

In vielem unterscheidet sich Haldern allerdings wiederum nicht von ähnlichen Provinzstädtchen. Es gibt die Freiwillige Feuerwehr, den Schützenverein, den Schützenkönig, den gemischten Chor, Umzüge und Fasching und den weit herum sichtbaren Kirchturm, der den Bewohnern das Gefühl von Heimat und von Zuhausesein vermittel, wie in jedem anderen Dorf auch. 

Aber es gibt eben auch das Haldern Pop Festival einmal im Jahr. Dafür ackern in der heißen Phase über 450 Einwohner des Ortes freiwillig mit. Hier – und das Jahr über auch im „Haldern Pop“ – treten Sänger und Musikgruppen aus aller Welt auf, aus den USA, Australien, Neuseeland, Nigeria, England, Deutschland, der Schweiz, Dänemark. 

Die Dokumentaristin Monika Pirch hat sich längere Zeit in dem Dorf aufgehalten und hat versucht, ein Gesamtporträt in der Art eines filmischen Tagebuches, das mehr Gewicht auf Eindrücke als auf das Datum, das Analytische oder das Investigative legt, das aber die Akteure genügend zu Wort kommen lässt, so dass daraus ein sympathischer Imagefilm wird für dieses Zwitterdorf mit dem einvernehmlichen Mix aus Provinzialität und Weltatem und einem daraus resultierenden Gemeinschaftsgefühl. 

Zwei Protagonisten ragen heraus. 

Es ist auf der Pop-Seite einer der Erfinder und Organisatoren des Festivals, dem bei der Zusammenstellung der Programme das Internet mehr als nützliche Dienste leistet. Er macht das seit 35 Jahren und später im Film bei einer Versammlung stellt sich durchaus die Frage der Übergabe an eine neue Generation; aber wer will so ein Kind schon aus der Hand geben. 

Auf der traditionellen Dorfkulturseite steht eine studierte Fagottistin und Erbin eines Spenglereibetriebes. Sie ist mehr zufällig wieder in ihrem Heimatort gelandet und ist in der Dorfmusik eine treibende Kraft, sie leitet nicht nur den peppigen gemischten Chor, sie macht in der Blasmusik mit, marschiert mit Instrument bei den Festumzügen mit, übt mit den Musikern, gibt Musikstunden – nur am Hauptevent des Dorfes, am Pop Festival ist sie nichtbeteiligt; da hat sie einfach keine Zeit für. 

Über allen Auftritten im „Haldern Pop“ prangt an der Wand das Bild einer Kuh. 

Der Film wurde als Eröffnungspremiere des neuen Formates „Hof Filmtage Rendez Vous online“ am letzten Samstag auf der Website der Hofer Filmtage gestreamt. Davor wurde virtuell getalkt; man konnte schriftliche Kommentare abgeben und nachher gabe es noch über zoom F & Q. 

Der Stream ist kostenfrei; um Spende wird gebeten. Es lohnt sich also, ab und an die Website zu frequentieren und zu gucken, was die Internationalen Hofer Filmtage aus ihrem letzten Programm als Kompensation zu den Corona-Horrormaßnahmen zeigen werden.

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