African Kung-Fu Nazis (VoD)

Gerechte Strafe.

Das ist die gerechte Strafe für den Knock-Down des Kinos durch die Corona-Politik. Das Kino muss verduften, wird in den Untergrund – oder ins Internet getrieben, muss sich verkleiden bis unkenntlich machen. Und es lässt – mal wieder – den Führer überleben – in Ghana, trashig in der Nähe des Verarsche- oder Veralbergenres, der Action-Komödie, und dort eine Karateschule gründen zusammen mit dem japanischen Pendant zu Hitler, Tojo, der ebenfalls den Krieg überlebt hat. 

Letzteres ist die rasant kurzmontierte schwarz-weiß Info der ersten Sequenzen dieses Filmes von Sebastian Stein und Samuel K. Nkansah/„Ninja-Man“. Stein hat bereits eine Doku über die japanischen Yakuza gedreht. Er ist also nicht ganz unbedarft, was Asien betrifft, besonders die Kampfart Kung-Fu. 

Leicht kung-fus wird die Ausgangslage in Ghana geschildert, immer wieder unterbrochen von Drohnenfahrten über Kumasi, dem Drehort. 

Den Ghanaern ist Hitler mit seinen weisßgeschminkten Kämpfern (Symbol für die Gehirnwäsche), die Ghan-Arier genannt werden, ein Dorn im Auge. 

Mit Kämpfer Addae (Elisha Okyere) genannt Horst, gewinnt die Story an Fahrt. Er soll sich zum Kung-Fu-Superkämpfer ausbilden und dann den überlebten Führer und den mit ihm aus Japan ebenfalls geflohenen Tojo besiegen. Hitler und Tojo haben in Ghana eine Kampfschule aufgebaut, Karate.

Das Training von Addae durchläuft mehrere Stationen, die mit kurz eingeblendeten Tageszahlen fix geschnitten und schnell abgespult werden. Einer der Lehrer ist ein versoffener Fettwanst mit blondiertem Haar und Säufer dazu. Letzte Ausbildungsstation ist die Wutpriesterin, bei der soll er lernen soll, wie den Fluch der Blutfahne brechen. 

Es folgen die einerseits gesitteten, andererseits blutig-trashigen Kämpfe am Hofe des Führers, so wie man sich vielleicht die Todesskämpfe der Sklaven in Rom vorzustellen hat; es ist Wrestling mit Todesopfern und harten Grausamkeiten, dem Genre geschuldet, bis zum Endkampf. 

Der elementare Spaß der Macher am Genre ist dem Film anzusehen genau so wie der Spaß an den Effekten und den Kämpfen und der Führer hat sich in Ghana mit einer Frau namens Eva Braun-Gebrannt zusammengetan. Es gibt hervorragend inszenierten Kampfsport zu sehen, ohne Verzicht auf das Komödienhafte.

Der Film gewährt uns zudem einen raren Einblick in Ghanas Filmindustrie, die sich sehen lassen kann. 

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