Schatten der Vergangenheit – The Secrets we keep

Immer dieser Krieg. 

Der grauenhafte zweite Weltkrieg konnte nicht gleich aufgearbeitet werden. Stattdessen entstand in Deutschand das Wirtschaftswunder und in den USA breitete sich ein schnuckelig bürgerliches Leben aus, zumindest im besseren Mittelstand. Aber auch dort war Aufarbeitung wohl kein Thema. 

Von so einem Beispiel erzählt Yuval Adler, der mit Ryan Cavington auch das Drehbuch geschrieben hat, in seinem Film. Er lässt dabei die Käseglocken-Atmosphäre der 50er Jahre so präzise entstehen, dass man glaubt, dorthin zurückversetzt zu sein. 

Die Hauptfigur ist Maja (Noomi Rapace), bei der gleich bei der ersten, heiteren Picknick-Szene mit Kindern in einem Park klar wird, dass die Idylle möglicherweise trügerisch ist. 

Maja wird herausgerissen durch den Anblick eines Mannes, der in ihrer Nähe vorbeigeht. Was hinter der Kulisse des perfekten Provinzlebens verborgen sein könnte, wissen wir nicht. 

Maja ist verheiratet mit Lewis (Chris Messina), sie haben einen Buben. Der Vater und Ehemann ist Arzt. Maja hilft in der Praxis. Sie bewohnen ein hübsches kleines amerikanisches Traumhäuschen wie aus dem Film. 

Konsequent verfolgt Adler nun, wie Maja nicht loskommt von dem Mann, den sie gesehen hat und den zu verfolgen sie anfängt. Er ist nicht mal unbedingt attraktiv zu nennen, zumindest wenn sie ihm nachschaut. Es ist Thomas (Joel Kinnaman). Der ist mit Rachel (Amy Seimetz) verheiratet. Auch sie haben ein kleines Kind, ein Töchterchen und wohnen in einem amerikanischen Schnuckel-Häuschen. 

Der Film wird nach und nach das entblättern, was Maja und Thomas verbindet, der gar nicht Thomas heißt, der mal Karl geheißen haben muss. Es ist keine Liebesgeschichte. Es ist, so viel darf verraten werden, eine Geschichte aus den letzten Kriegstagen in Deutschland. Mehr soll hier gar nicht gespoilert werden. 

Adler erzählt das spannend, fokussiert und ab und an auch blutig. Am Ende aber wird, typisch 50er Jahre, wieder die Käseglocke drüber gestülpt als sei nichts gewesen. Es war nur dieser „glimpse“ in eine amerikanische Kleinstadtidylle mit heftigen Flashbacks auf die Vergangenheit von Maja und Thomas mit Tendenz zum Horror. Eine Selbstjustizgeschichte, die nie passiert ist. Mantel des Schweigens darüber. 

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