The Booksellers

Paralleluniversum.

Ein Paralleluniversum aus Freaks, so ist der erste Eindruck der Bilder von der New Yorker Büchermesse für Antiquaria.

Ein spezieller New-York-Film auch, den D. W. Young uns unterhaltsam magazinhaft präsentiert als ein Porträt vom Markt gebrauchter Bücher, von den Händlern, den Käufern, den Sammlern, den Auktionatoren. 

Die Händler stehen im Mittelpunkt. Die einzigen Zwischentitel sind ab und an die Vornamen von New Yorker Buchhändlern. Die Vornamen deuten die innige Beziehung des Filmemachers zur Branche an. Es sind Geschäftsleute, aber sie wollen keine Megageschäfte, sie sind getrieben, getrieben davon, in Nachlässen, Haushaltsauflösungen oder wo auch immer auf Messen und Märkten das Besondere zu finden und, so schwer es ihnen fällt, auch wieder zu verkaufen. 

Sie handeln seit Generationen mit Büchern oder sind durch Zufall dazu gekommen, auch dazu gibt es Anekdoten, wie es auch viel Archivmaterial gibt, Fotos von den Antiquariaten früherer Zeit oder Bilder von ganz besonderen Büchern, gar ein Video einer besonderen Buchauktion. 

Aber Bücher sind keine Bilder, sie sind nicht auf diese Weise Sammlerstücke und Wertanlage; dass ein Buch für Millionenbeträge versteigert wird, ist die Ausnahme. Die Bücher-Händler spüren das Internet. Der Begriff „Kindle“ lässt sie erschaudern. 

Jetzt spiegeln die Bücher noch die Welt, das Universum, sie bilden den Menschen und bilden die Menschheitsgeschichte, die kulturelle Geschichte ab, sie enthalten sie und erhalten sie. Sie faszinieren das reale Universum. Aber was passiert mit der virtuellen Welt, in der nicht alle Text gedruckt werden und somit Schwarz auf Weiß nach Hause getragen und aufbewahrt werden können? Versackt das Internet als nötiges Paralleluniversum nicht irgendwie, sind da Dinge überhaupt noch zu finden, wo es jetzt schon schwer ist, in ellenlangen Reihen von Regalen ein bestimmtes Buch zu finden, erst recht, wenn die Bücher nach Format und nicht nach Kontent geordnet sind wie in einer der größten Privatbibliotheken der Welt? 

Der Film ventiliert ausgehend von den Statements der befragten Büchermenschen, -händler, -jäger, -sammler all diese Fragen ums Buch und was es heute noch wert sei, ob es überhaupt noch als Sammlerobjekt eine Bedeutung hat. Erwähnung finden auch die trotz Internet boomenden Nachbarschaftsbuchläden und es gibt Ausschnitte aus Kinofilmen, in denen das Buch eine Rolle spielt, zudem Raritäten wie in Menschenhaut gebundene Bücher oder solche mit echtem, eingeklebtem Mammuthaar – da staunste.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.