Clara und der magische Drache

Freiheit der Fantasie

oder: Hängematte statt Couch

Wann gibt es schon einen Animationsfilm aus der Ukraine und noch dazu von internationalem Niveau und außerdem mit einer prima deutschen Synchro? 

Oleksandr Klymenko, der mit Sergiy Graber auch das Drehbuch geschrieben hat, hat das zustande gebracht und sicher riesigen Spaß gehabt, die Möglichkeiten von Slapstick und vergnüglichen Unterhaltsamkeiten, die seine Abenteuergeschichte bietet, weidlich auszunutzen. 

Clara ist ein wunderbares Animationspüppchen, jung, hübsch und weiß noch nicht allzuviel über sich selber, aber es wird sich zeigen, dass sie nicht nur über enorme akrobatische Fähigkeiten sondern auch über karateähnliche Kampftalente verfügt – und mehr. 

Clara lebt in einer kleinkinderbuchidyllischen Mühle mit Zwerg Alfred zusammen, der sieht ein bisschen aus wie ein Gartenzwerg, aber nicht schwarzwaldkitschig. Hier haust auch der Waschbär, der sich als ausgebildeter Psychoanalytiker à la Dr. Freud sieht und am liebsten die Zeit in einer Hängematte verbringt. Ferner leben hier drei Äffchen, die sind zuständig für die Abteilung fröhlicher Klamauk, höherer Blödsinn, Bananenalbereien und Gefährlicheres wie Anzünden des Hauses. 

Ein kleiner magischer Drache, der eigentlich hätte aus der Welt geschafft werden sollen vom bösen Magier, der auf einem zuckerhutspitzen Berg wohnt, hat wie Moses zwar nicht im Weidekörbchen, aber in ein Tuch gewickelt überlebt, wird vom Fluss angeschwemmt (mit Kollateralschaden am Wasserrad). 

Clara entdeckt den kleinen, süßen Drachen, der noch gar nicht fliegen kann, und will ihn in Begleitung von Alfred und dem faulen Waschbären zu seinem Heimatnest bringen. Auf dem Weg dahin gibt es andauernd Hindernisse, die – obwohl es doch fast alles Tiere sind – keinesfalls tierisch ernst bewältigt werden, sondern in einer Art mit vielen Einfällen und ab und an spielen auch kleinere Tierchen mit oder sie spielen einem Streich, so dass die Story quietschbunt slapstickhaft vergnügt über die Leinwand tollt und immer klare Schwarzschnitte, wenn bei einem Erzählstrang wieder ein Twist erreicht ist.

Der Geyer des Magiers soll der Spur der kleinen Drachen folgen; das wird bei Regen köstliche Bilder abgeben, wie er zu Fuß durch den aufgeweichten Boden schlurft und jammert. 

Und wie es sich für ein Märchen geziemt, werden am Ende die Guten über die Bösen siegen. 

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