Lebenslinien: „Die Isarnixe“ (BR, Montag, 26. Oktober 2020, 22.00 Uhr)

Die Probleme wegschwimmen,

meint die Protagonistin Marie-Louise Jordan, die seit Jahrzehnten regelmäßig schwimmen geht; dies sei nicht nur gegen die Kilos gut. 

Interessant und beachtenswert sind die Lebenslinien (und damit sind sie auch bekannt geworden), wenn sie nicht korrumpiert sind mit Promi- und Schleichwerbung, die letztlich nur dem Geschäft der Protagonisten dienen sollen; sondern wenn sie von Menschen berichten, die gerade nicht in den Schlagzeilen sind, die eben nicht prominent sind, die nicht hinter dem Medienauftritt hinterherhecheln. Und die doch faszinieren. 

Diese Lebenslinien von Marie Wiegern (Redaktion Christina von Hahn) sind zusätzlich zur Schwimmerinnengeschichte auch eine Urmünchner-Geschichte. Marie-Louise ist in München geboren, in Haidhausen und hat hier und in der Au den Großteil ihres Lebens verbracht; es folgte der Alterssitz in Neuperlach. 

Es ist ein Ohrwurm, Marie-Louises Münchnerisch zu hören, eine Rarität, in München geboren, in München sprechen und denken gelernt, in München das Leben verbracht, verliebt, geliebt, ein Sohn; aber auch Schicksalsschläge. 

Als Mädchen hat Marie-Louise den Krieg erlebt, in der Nachbarschaft in Haidhausen das erste Haus, was von einer Fliegerbombe getroffen wurde und wie das Leben aber weiterging. Verschickung aufs Land, doch das Heimweh zur Familie war größer. 

Protagonisten von solchen Sendungen sind immer bemerkenswert, wenn sie auch gelernt haben, zu denken, ihre Leben zu reflektieren; sie habe das ihrem Mann zu verdanken, ebenfalls Münchner, der aber noch vor dem Ruhestand verstarb. 

Der Kontakt zu dieser Persönlichkeit könnte über den Sohn entstanden sein, der beim Fernsehen Cutter ist. Denn solche Menschen bewerben sich garantiert nicht von sich aus bei so einem Fernsehformat. Eine gewisse Prominenz hatte Marie-Louise Jordann allerdings zeitweilig erlangt: mit ihrer Synchronschwimmergruppe, mit der sie sogar weit gereist ist und in der sie heute noch aktiv ist. Zum Abschluss des Filmes bei einer Vorführung in einem Münchner Bad erntet sie großen Applaus, den man ihr von Herzen gönnt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.