Yakari

Entscheidend für einen Kinderfilm dürfte sein, dass die Geschichte klar und nachvollziehbar erzählt wird; was zur Synapsenbildung des sich entwickelnden Hirns entscheidend ist. Dieses Kriterium an einen Kinderifilm erfüllt diese Animation von Xavier Giacometti und Toby Genkel nach den Comics von Derib & Job vollumfänglich. 

Die zentrale Figur ist der 8-jährige Indianerjunge Yakari. Er träumt von Adlerflug und von großen Taten, davon, ein Held zu werden. Und heldisch ist die Schlusspose auf dem Pferd ‚Kleiner Donner‘ mit hocherhobenen Vorderbeinen, den Kopf gen Himmel, auf einem Felsvorsprung stehend, Kühnheit und heldische Emphase gleichzeitg bedeutend, darunter der Abgrund. 

Ein Junge, der solche Träume wahr macht, ist etwas ganz Besonderes. Das will Yakari sein. Die Identitätsbildung dieser Besonderheit betreibt er mit den Abenteuern, die ihn vom wilden Hengst Kleiner Donner träumen und diesen später auch domestizieren lassen. 

Das ist die Geschichte im Film. Sie fängt damit an, dass die Bisons vor einem mächtigen Sturm wegdonnern. Die Indianer verstehen das als Alarmsignal. Auch sie müssen mit ihren Zelten umziehen. Dazu brauchen sie wilde Hengste. Einer davon ist ‚Kleiner Donner‘. Der aber entkommt mit einem kühnen Sprung dem Kessel. 

Yakari spürt die Berufung, den Ruf. Er setzt sich auf die Fährte des Ponys, wie manche sagen. Ihn begleitet anfangs noch Knickohr, sein Hund. Ein Zufall will es, dass er den Hengst aus einer misslichen Lage, eingeklemmt zwischen Felsen, befreien kann. Er wird dafür nicht nur mit dem Symbol des Heldentums, einer Adlerfeder entlohnt, sondern auch mit der Gabe, mit den Tieren in ihrer Sprache kommunzieren zu können. 

Diese Gabe setzt Yakari ein, um sich mit ‚Kleiner Donner‘ anzufreunden. Die Abenteuerreise und die Gefahren, die sie gemeinsam bestehen, kittet die beiden zusammen, macht sie stark, auch eine wichtige Lektion fürs Leben. 

So weit zum befriedigenden Storytelling des Filmes; wobei er speziell für kleinere Kinder geeignet sein dürfte. 

Das andere ist das Stilistische. Das mag Geschmacksache sein. Aber es ist auch das, was entscheidend zur Geschmacks- und Sprachbildung der Kinder beitragen könnte. Hier allerdings sehe ich mich eher einer hochentwickelten (was das Zeichnerische, die Tricks, die Montage, die musikalische Untermalung betrifft) Technik, denn einer persönlichen Handschrift gegenüber. Das betrifft auch die deutsche Nachsynchronisierung, die jeglichen Charme vermissen lässt, die statt auf Persönlichkeit mehr aufs Chargieren wie im Kasperltheater (immerhin passend zur Holzschnittartigkeit der Figurenzeichnung) setzt. Es ist ein stilistischer Mix, ein Gemischtwarenladen auf hohem Niveau. Wie es in solchen Fällen heißt: wenn es nichts nützt, so dürfte es kaum schaden; nicht weise, aber immerhin vernünftelnd; dazu passen Slapstickszenen wie im Indianerdorf; hier laufen die Leute ständig ineinander. Produkt einer hochentwickelten Industrie. 

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