Peninsula

Was ist Zombietum?

Das ist die entmenschlichte Menschenwelt, die Welt der Gier, des Nichttotkriegens, vor allem ist im Kino eine Zombiewelt eine Welt meist ohne jede Logik und eine Gefahr für die „menschlichen“ Menschen, denn Zombietum ist ansteckend wie eine infektiöse Krankheit, wer von einem Zombie gebissen wird, wird selber einer und taucht somit ab in die Masse der Untoten, die manchmal was zum Fressen brauchen, dann offenbar Jahre nicht, wie in diesem Film von San-ho Yeon, der mit Joo-Suk Park auch das Drehbuch geschrieben hat. Seit 4 Jahren haben Zombies die südliche Korea-Halbinsel in Besitz genommen; das Land ist dadurch zur Industrieruinenlandschaft geworden wie nach der Apokalypse. 

Der einzig sichere Ort in Korea sei noch der Norden, so die einzig brillante Pointe, die schon im Vorspann vorkommt, (wobei es eines näheren Hinschauens wert wäre, welches Menschentum im Mikrokosmos dort gepflegt wird; abgesehen von den Straflagern). 

Nach dem Vorspann hat der Film sein Pulver bereits verschossen. Hier kämpft sich eine Familie vor der aufkommenden Zombieflut zum Hafen durch, um noch das letzte Schiff in Richtung Japan zu erreichen, bevor die Insel abgesperrt wird, bitte keine Nachfragen, wie genau und durch wen. 

Warum das rettende Schiff seine Richtung nach Hongokong ändert, wird nicht näher begründet; der Film ist aber vor Inkrafttreten der neuen (chinesischen) Sicherheitsgesetze gedreht worden. 

Die Familie, die sich im Familienauto durch die aufkommende Katastrophe ihren Weg bahnt, zeichnet sich einerseits durch Gnadenlosigkeit aus: eine andere Familie, die dem Desaster zu entkommen versucht und mitgenommen werden will, wird mitleidloszurückgelassen. Aber auch die Familie selbst wird auseinandergerissen. 

Dann macht der Film vom Schiff einen Schnitt auf vier Jahre später. Der Familienvater ist in Hongkong. Er und sein Bruder erfahren davon, dass auf der Zombiehalbinsel ein LKW mit jeder Menge Dollars in bar zurückgeblieben sei. Gegen eine fette Belohnung, mit der sie aus ihrem Elend hinauskommen könnten, sollen sie ihn zurückholen. 

Diese Dinge werden sehr sorgfältig exponiert, fast zu solide bis zu langweiliger Erwartbarkeit, auch der Hinweis, dass die Koreazombies nachts ungefährlich seien, dass sie aber auf Licht und Lärm reagierten. 

Es wird genau erklärt, wie die kleine Truppe vorzugehen habe, um an den LKW zu kommen und wie und wo sie wieder von einem Schiff, das dank Bestechung des Zolls Zufahrt habe, aufgenommen würden. 

Das wirkt so sorgfältig dargelegt, dass es fast zum Einschlafen ist, wie wenn einer ein Brettspiel langatmig erklärt, wie ja Erklärungen im Film schnell mal anöden können. Weil durch die Erklärung das zu erwartende Funktionsprinzip des Dramas vorweggenommen wird, aber mangels interessanter Einführung der Figuren ohne Spannungserzeugung. 

Es wird sich herausstellen, dass noch andere Nichtzombies auf der Südhalbinsel sind, wohl auch hinter dem Geld her. Und weil sich die Dramaturgie irgendwann selber nicht mehr zu helfen weiß, mobilisiert sie gar die UN, die doch tatsächlich dazubeitragen wird, dass das gesellschaftlich elementare Grundelement „Familie“ wieder zusammenkommt. 

Zombiewelten sind nicht unbedingt Welten, die der Logik zugänglich sind, sie machen sich ein Fest daraus, unsere globalisierte Industriewelt in Schutt, Asche und in Trümmer zu legen und dabei immer noch so etwas wie Restmenschen rumwuseln zu lassen. Denn Familie ist ja doch alles: 

„We are all together. – Why is this hell?“

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