Eine Frau mit berauschenden Talenten – La Daronne

In zu kleinen Schuhen.

An der Geschichte, die Regisseur Jean-Paul Salomé mit Antoine Salomé nach dem Roman von Hannelore Cayre geschrieben hat, gibt’s nichts zu mäkeln. 

Isabelle Huppert spielt die Polizei- und Überwachungsdolmetscherin Patience Portefeux. Sie wird eingesetzt für Übersetzungen von Verhören und Telefonüberwachungen, wenn Arabisch gesprochen wird. 

Patience selbst ist mit ihrem Vater, der sehr früh gestorben ist, in Muskat, Oman aufgewachsen und spricht und versteht deshalb Arabisch fließend. Sie wohnt, das ist merkwürdig, in einem hohen Wohnblock in der Banlieu von Paris, in dem sonst nur Asiaten leben. Die Hausmeisterin Colette Fo (Nadja Nguyen) ist ebenfalls Asiatin. 

Patience hat ein Verhältnis mit ihrem deutlich älteren Chef Philippe (Hippolyte Girardot); sie leben getrennt. Sie ist in finanziellen Schwierigkeiten, denn sie hat zwei halb erwachsene Töchter und die demente Mutter (Liliane Rovère) ist in einem exklusiven Pflegeheim untergebracht. Das kostet alles mehr Geld als eine Polizeidolmetscherin verdienen kann.

Die Lage von Patience spitzt sich zu, wie der Rausschmiß der Mutter aus dem teuren Heim droht. Wie sie bei einer Überwachung, die sie übersetzen muss, feststellt, dass die treue Pflegerin der Mutter, Kadidja (Farida Ouchani), die Mutter eines der Drogenkurriere ist, denen gerade eine Falle gestellt wird, muss sie sich zwischen ihrem Herz für die nette Pflegerin und der Pflicht entscheiden. 

Das hat zur Folge, dass mit dem Drogentransport etwas schief geht und sie plötzlich die Chance wittert, das Dope selber zu verklickern, wozu sie sich als schicke Araberin, von den Ganoven „Die Alte“, La Daronne, genannt, so der französische Titel, verkleidet – hier sieht sie wirklich verdammt schick aus – und die Komödie kann ihren Lauf nehmen. 

Eine Komödie, der man nicht gleich ansieht, dass es eine Komödie werden würde, zu sehr wirkt die Exposition wie ordentlicher TV-Krimi und solche Rollenschuhe sind für die Huppert nun wirklich zu klein. Aber als ausgebuffter Profi weitet sie sich, so dass es doch noch ein wunderbarer Huppert-Film wird, nicht ganz so leicht und beschwingt wie die ähnliche französische Komödie, die 2013 bei uns ins Kino kam: Paulette Auch hier verklickert eine Dame, hier eine alte Dame, Drogen (wodurch die Diskrepanz zwischen Darstellerin und Aktion eine größere Fallhöhe bekommt). 

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