The New Mutants

Guter Bär, böser Bär.

Der Gegensatz zwischen gutem Bär (mutig, engagiert, leidenschaftlich, positiv) und bösem Bär (teuflisch, selbstzerstörerisch, negativ) spannt den moralischen Bogen dieses Films von Josh Boone, der mit Kante Lee auch das Drehbuch geschrieben hat. 

Neu, also new, an diesen Mutanten – jeder Jahrgang braucht seinen Coming-of-Age-Film – dürfte nicht das Wesen der Mutanten, also der 16-jährigen Protagonisten sein, new dürfte sich vor allem auf die Aktualisierung, die Anpassung der Computeranimationen an den heutigen, technischen Standard sein, wie Metamorphosen, in Blasen eingehüllt werden, gegen oder durch Wände rennen, glühende Augen und andere Horroreffekte. Ein Coming-of-Age soll nicht verstaubt aussehen. 

Die Hauptgeschichte dreht sich um Danielle (Blu Hunt). Sie wird von Horrorträumen geplagt, findet sich ganz allein auf der Welt und wacht in einer Art Klinik auf, einem ’sicheren Ort‘, wie die Ärztin meint (später werden die Kids mit wachsendem Bewusstsein fürs eigene Handeln daran zweifeln, ob das eine Klinik ist).

Rhane wird betreut von Dr. Reyes (Alica Braga). Sie wird weitere Patienten kennenlernen. Es sind alles Mutanten, schön symbolisch für Menschen in einer Verwandlung, die natur- und sagagemäß übernatürliche Kräfte freisetzt, die den Computeranimateuren viel zu tun gibt . Die Mutanten sind Illyana (Anya Taylor-Joy), Sam (Charie Heaton), Rhane (Maisie Williams), Danielle (Blu Hunt) und Roberto (Henry Zaga). 

Sie seuchen gemeinsam diese Lebensphase durch, werden geplagt von Traumata, von Alpträumen, entdecken tierische und magische Kräfte in sich, sehen sich Ungeheuern gegenüber, sowie einer breiten Palette von Geisterbahn-Horroreffekten und Monstern. 

Die Mutanten machen diese Wandlung vom bösen zum guten Bären durch in heldenhaften Kämpfen und übernehmen dadurch Verantwortung. 

Die Zusammenstellung dieser Effekte folgt nicht unbedingt einem leicht nachvollziehbaren Drehbuch, vielmehr scheint, darin vielleicht realistischer als man denkt, eine Chaosregie das Szepter zu führen, die nichts mehr hasst als ein anständiges von A bis Z durchbuchstabiertes Drehbuch und die sich keck wie mit blindem Griff der gängigen, filmindustriellen Topoi bedient. 

Insofern ein typischer Zielpublikumsfilm für Menschen, die sich in ähnlich auswegsloser, ja verzweifelter Lage finden und die sich vergleichbar alleingelassen fühlen (einzige Überlebende einer Katastrophe, in einer Situation sich befindend, in welcher dem Subjekt etwas passiert, was es nicht kontrollieren kann und dazu zwingt, Dinge zu tun, die es nicht für möglich hält in einem Schwebezustand zwischen real und irreal). 

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