Petla

Geballte Ladung Mafia.

Es ist zwar nicht die italienische Mafia, hier geht es um Korruption im Osten, in Polen, der Ukraine, Russland und Umgebung. 

Hier geht es nicht um einen Kronzeugen wie im differenzierten und extrem gut recherchierten Il Traditore. Hier geht es nicht um glaubwürdige Realitätsnähe. 

Patryk Vega, der mit Grzegorz Barlog und Olaf Olszewski auch das Drehbuch geschrieben hat, setzt auf Atemlosigkeit als Methode, tendiert in Richtung eines überaus scharfen Bildergerichts, das aus diesem Verbrecherleben in rasendem Tempo alle Sensationsszenen kurzgeschnitten aneinanderreiht, Sex and Drugs, Frauen und Erpressung. 

Eigentlich wollte Protagonist Daniel Sniezek (Antoni Królikowski) ein Zivilfahnder bei der Polizei werden. Aber sein Chef, sein ewiger Chef, wie sich herausstellen wird, meint, da müsse er erst mal acht Jahre lang Streife schieben und so die Straße kennenlernen. Das ist für Daniel eindeutig zu lang. 

Schnell fängt Daniel selber an, korrupt zu werden; es ist mir kaum möglich die einzelnen Stationen hier nachzuerzählen, denn in der PV kamen erschwerend zum rasenden Abspultempo des Filmes die englischen Untertitel hinzu, bei denen man doch immer wieder beim einen oder anderen Wort jenseits des Schulenglisch hängen blieb. 

Jedenfall mausert Daniel sich schnell zu einem großen Tier im Verbrechen, baut eine mondäne Nutten- und Spawelt auf mit venezianischen Gondeln auf dem umfangenden See, „Imperio“. Hier will er polnische Politiker mit Nutten filmen, um sie zu erpressen und die granz große Nummer werden. 

Es ist ein Film mit dem Mechanismus, wer kann wem trauen. Es gibt immer Gegner, manche kann man ausschalten, aber eine Staatsanwältin bleibt hart an ihm dran. Die Währung ist Sex, Geld oder Koks und die Erpressung läuft über Information, die man über jemanden hat. Das wirkt wie eine sich beschleunigende Lawine, harte Szene an harte Szene gefügt bis hin zu Exzessen, zwischendrin gibt es für den Protagonisten auch noch Familienleben, von glücklicher Familie kann aber nicht die Rede sein, zu stark lasten Handlungs- und Erfolgsdruck auf Daniel. 

So ergibt sich letztlich auch gar kein differenziertes Bild von Daniel als Menschen, denn auch seine Jugend wird in einem Bilderprolog im Eilzugstempo durchgeblättert und schwups ist er schon bei der Polizei, ei, ei und los gehen kann es mit der Verbrecherlaufbahn. 

Bilder im Abspann geben zu verstehen, das Vega das Leben einer realen Person verfilmt hat. Zustände sind das im Osten Europas, infiziert von Russland selbstverständlich, so wie wir es immer schon geahnt hatten. 

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