7 Minuten

In Schwulitäten geraten

Nach 7 Minuten ist der Titel des Filmes von Ricky Mastro erfüllt, sind die beiden hübschen Loverboys Maxime (Valentin Malguy) und Kevin (Paul Arvenne) nach Drogenkonsum und einer heißen Sexszene tot. Das bringt den Vater von Maxime, Jean (Antoine Herbez) in die Bredouille, oder eben: in Schwulitäten gleich im doppelten Sinne. 

Mastro erzählt diese Geschichte, die offensichtlich ein Vorwand ist, immer wieder in die Trance, den Rausch der schwulen Szene im Bisou einzutauchen, wie sie vielleicht in einer heiteren schwulen Kaffeerunde zum Besten gebracht werden dürfte. 

Die Geschichte vom Hetero-Autor (erfolgreich) Jean, dem die queere Welt seines Sohne Maxime fremd ist und dessen Interesse durch den Tod des Sohnes geweckt wird. 

Fabien (Clément Naline), einer der Freunde von Maxime, wird sich schnell diesen Papa angeln, der unterm Vorwand, für ein Buch zu recherchieren, sich auf die Spuren seines Sohnes begibt. Das ist kalkuliert, wie Fabien sich an Jean ranmacht. Und auch immer wieder fragt, und nicht nur er, ob er im Buch auch vorkomme und das sei schon spannend, als Figur da aufzutauchen. 

Der Zuschauer darf nun amüsiert verfolgen, wie der alte Herr erst zähneknirschend und abwehrend sich immer tiefer in diese Szene aus Rausch, Drogen, Darkrooms und ungezügeltem Sex hineinbegibt. Wobei nie ganz klar wird, ob er es nur aus Forschungsgründen oder auch aus Eigeninteresse macht. Das erzählt Ricky Mastro ohne Winkelzüge und unnötige Vertiefungen, Ziserlierungen oder Verkomplizierungen ganz gerade (straight) heraus. 

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