Servus Baby: Torero (BR, Dienstag, 8. September 2020, 21.45 Uhr)

Mit der Methode von zwar durchgängigen Figuren, die aber je nur in einer Folge die Hauptrolle spielen und deren Geschichten also wieder aus der Serie verschwinden, dürfte sich der BR keinen Gefallen getan haben und die Einschaltquotenkurve vom heutigen Dienstag, 8. September, an welchem vier Folgen hintereinander gezeigt werden, dürfte steil abfallen schon zu Beginn der zweiten Folge. 

Es ist kein zuschauerfreundliches Prinzip, denn der Zuschauer verliert ständig den Faden, muss sich wieder mit neuen Figuren anfreunden, deren Namen oft erst sehr spät in einer Folge das erste Mal fallen; das verwirrt und schadet dem Interesse. (Dies war eine Vorbemerkung, vielleicht lehrt uns diese vierte Folge der zweiten Staffel ja Besseres, warten wirs ab).

Nach Sichtung der Folge: Es ist nicht besser geworden, nur noch dröger, nur noch zwangserfundener. Das ist kein verantwortungsvoller Umgang mit Zwangsgebührengeldern.

Diesmal echte Kakcke im Klo.

Aus der Konstellation, dass das Kindermädchen auch die Geliebte des Papas wird, so was!: Aneinanderreihung von Stereotypien von versauter Hochzeit, Nichtgestehenkönnen der Liebschaft von Papa und die künftige Stieftochter hinterlässt Braunes für die Nanny/Stiefmama im Klo. 

Die Stereotypien sind stereotyp, indem sie keine individuellen Wurzeln haben, sie kommen ins Bild, um diese familiären Dysfunktionen zu behaupten, auch mit viel falschem Lächeln und viel gespieltem Entsetzen, das alles ohne Spannung runtergerasselt. Gitarre klimpern muss der Darsteller auch noch. Immerhin, das Konzert im Freien genügt schon fast den Corona-Regeln.

Zu fragen bleibt, nach welchen Kriterien die Darsteller ausgesucht wurden, ob es einen Wettbewerb gegeben hat oder ob es sich nicht viel eher um eine Variante von Gunsterweis handelt, dass jeder (der auf dem entsprechenden Karrussel vorhanden ist), mal dran kommen darf. Das hat allerdings mit künstlerischen Variablen nichts mehr zu tun und ist garantiert auch nicht kundenfreundlich oder entgegenkommend dem Zwangsgebührenzahler gegenüber. So mag ein Schauspielinstitut handeln, eine Nachwuchsstätte aber nicht eine Erwachsenen-Veranstaltung wie ein öffentlich-rechtlicher Rundfunksender, dem es, wenn schon nicht um Demokratie, so doch um hochklassige Unterhaltung gehen sollte. 

Ruth Megary verdiente einen würdevolleren Auftritt!

„Lassts mich in Ruhe, ich bin am Scheißen“ (aus den Dialogen). 

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers.

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