Wege des Lebens

Javier Bardem als Leo ist das Pfund mit dem dieser Film von Sally Potter (The Party) ungeniert wurchert mit Nah- und Großaunahmen. Kein Wunder ist dieser Mann ein Weltstar, das Gesicht ist von einer Schönheit, die kaum zu übertreffen ist, und leinwandwirksam dazu, es detailliert zu beschreiben könnte man Seiten füllen – oder eben einen Spielfilm, besser einen Porträtfilm über Bardem als dementen Autor Leo, der weit von der Gegenwart entfernt in Schüben in seine Vergangenheit als Autor und sein Verhältnis zu den Frauen zurückfällt. Da sieht er sich immer wieder mit der vergangenen Liebe Dolores (Salma Hayek). Seine Tochter Molly (Elle Fanning) kümmert sich um den Pflegefall. Das tut sie offenbar ohne weiteres, ohne Vorwürfe, so als sei sie einzig dafür da. 

Allerdings geht ob Sally Potters Begeisterung für Bardem und jede einzelne Regung in seinem Gesicht das Narrative durch die Latten, löst sich fast auf, taucht nur immer mal bruchstückweise in all den Nahaufnahmen auf, was kaum schmerzt, denn es bleibt vor allem das einprägsame Porträt eines Mannes, der in den guten Jahren noch ein faszinierender Autor war und der in seinem dementen Jahren oft kaum sprechen kann, in die Hose nässt, beim Zahnarzt, kaum den Mund zu öffnen vermag, das Mundspülmittel runterschluckt, oft nur noch grummelt – mehr als reine Schauspielkunst – oft belastend nah an der Realität. 

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