Weltreise mit Buddha

In Corona-Zeiten ist man froh um jede Flugreise, die man nicht machen muss, aus bekannten Ansteckungsgründen. 

Und: glücklich, wer als Dokumentarist noch vor Corona die Welt kreuz und quer bereist und beflogen und dies mit einem Leitthema verbunden hat wie Jesco Puluj, der mehr über den Buddhismus erfahren wollte. 

Puluj fängt mit der sokratischen Erkenntnis an, dass er eigentlich nichts über den Buddhismus wisse und diese Frage wird die Leitidee für seine touristische Reise rund um die Welt, sie führt ihn nach Thailand, Indien, China, Nepal, in die Mongolei, nach Südafrika, Japan, Botswana und nach Irland. 

Er fächert in leichter Handschrift und als Ichdarsteller und – erzähler ein buntes Bild des weltweiten Buddhimus auf vom buddhistischen Eremiten Julien aus Kanada in Thailand, der später über seinen Internetblog eine gewisse Berühmtheit erfährt (und findet, das habe schon Vorteile, was auf gewisse Einschränkungen davor schließen lässt) über die japanischen Buddhisten, die nicht nur eine Bar betreiben sondern auch als Comedy-Band auftreten (das gibt es bei christlichen Pastoren auch; und man sieht ihnen an, dass sie nicht unempfänglich für solchen Erfolg sind), zu den Ursprüngen des Buddhismus in Nepal und dann über Klöster in China, der Mongolei und Ableger der modernen Hightech-Buddhisten aus China (die Comics zeichnen und einen Buddharoboter entwickeln) und welche in Afrika die wenig buddhistischen Expansionsgelüste Chinas mit der Lehre von der Gelassenheit, der Friedfertigkeit und der inneren Ausgeglichenheit flankieren bis zu einer Art Buddhaschule, in der Hunderte von Menschen einen Buddhismus auf Zeit ausprobieren können, ein Buddhismus, der seine Haupttätigkeit in täglichem, häufigem Singen sieht. 

So europäisch ist unser Filmemeacher, dass er doch immer wieder zur Erkenntnis kommt, dass sein innerer Buddha wohl noch nicht reif genug sei, dass es ihn immer weiterdrängt, noch mehr über den Buddhismus zu lernen, noch andere Länder zu bereisen auf dieser Suche. 

Für mich war die eindrücklichste Geschichte die von Julien mit seiner Katze, die plötzlich vegan wurde und seiner Meinung nach ganz sicher eine Reinkarnation war – und wie er von Gefühlen übermannt wird (Frage, ob das wiederum so buddhistisch sei), wie er dem Filmemacher von deren Tod erzählt, was anrührend klar macht, dass auch ein Buddhist nur ein Mensch ist. 

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