Cody – Wie ein Hund die Welt verändert

HUNDELEBEN von 1998: ein mongolischer Hund; wenn er tot ist, wird er ein Mensch..(Die Geschichte des Streuners Baasar zeigt gleichzeitig ein Bild der heutigen mongolischen Gesellschaft, voller Kraft und Härte, voller Mythen und Poesie.)

Hunde sind unsere Verbindung zum Paradies“

diesen Satz von Milan Kundera stellt Martin Skalsky seinem Bericht über seine Erlebnisse mit Cody voran. 

Dieses Paradies schildert er in wie mit Photoshop bearbeiteten, leicht designhaft wirkenden Bildern, die alleweil an die Wand gehängt werden können, immer mit etwas aufregenderem Licht als der Alltag es normalerweise bietet. 

Der Hund als Aufheller des Alltags, das wäre dann die bildnerische Botschaft. Skalsky ist auch der Protagonist. Er ist Filmkomponist, wohnt mit seiner Frau und seiner Tochter, die noch ein Säugling ist, auf dem Lande in der Schweiz. 

Den Hund Cody hat Skalsky seit drei Jahren. Er hätte nie damit gerechnet, sich für einen Hund zu entscheiden; es scheint ja nicht so, dass seinem Leben, er ist ein aufgeweckter, wie es scheint optimistischer Typ zu sein, etwas gefehlt hätte.

Aber dann hat Cody ihn gefunden. Und Skalksy hat angefangen, filmisch darüber nachzudenken, warum ihm der Hund so zusagt, diese Empathie verblüfft ihn. Er versucht der Geschichte des Hundes auf die Spur zu kommen. Die führt zurück nach Rumnänien. Dort gab es zum einen viele Straßenköter und 2013 ein Gesetz, das es erlaubte, diese einzufangen und zu töten. Dafür gab es sogar eine Prämie. Dagegen wehrte sich die Hundeaktivistin Kristina. Sie will mehreren Tausend Straßenkötern das Leben gerettet haben. Sie hat eine Farm für solche Hunde aufgebaut. Sie versucht, so viele der Tiere wie möglich zur Adoption freigeben zu können. 

Skalksy erfährt von ihr auch, dass Cody drei Jahre lang mit Blanche, einer weißen Hündin auf der Straße zusammengelebt habe. Skalsky erzählt oft direkt in die Kamera. Man sieht ihn zu Hause mit Frau und Kind, in den Bergen oder zuhause mit dem Hund spazieren. 

Der Film entwickelt insofern auch eine Story, als Skalsky versucht, die ehemalige Gefährtin von Cody aufzuspüren. Die ist jetzt in London. Das ist die Cliffhanger-Frage, was wäre, wenn die beiden Hunde sich wiedersehen würden? 

Immer wieder wird Hundephilosphisches dazwischen gestreut von einem Hundephilosphen, einer Buchautorin und es gibt einen Ausflug nach Costa Rica zur Hundeauffangstation „Zaguetes“, die sich um eine Herde von Streunern kümmert. 

In Zeiten von Corona und deren nur langsam gelockerten Hygienevorschriften dürfte das Hundethema besonders aktuell sein; jedenfalls war zu lesen, dass in dieser Zeit die Nachfrage nach Hunden enorm gestiegen sein. 

Der Film reiht sich ein in eine ganze Anzahl jüngerer Filme, die sich mit Streunern befassen wie Bob der Streuner (sehr anrührend) oder Space Dogs (ziemlich verrückt) oder Underdog (Mensch-Hund-Romanze mit Meuten von Straßenhunden) oder wie Enzo (mit Perspektivwechsel) oder Die Rüden (Hunde als Menschentraner) oder der deutsche Standardhund, der Schäfer in der Romantikversion von Lassie

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