Suicide Tourist – Es gibt kein Entkommen

Mit dem eigenen, individuellen Tod ist das so eine furchtbare Sache, vor allem, weil wir normalerweise überhaupt nicht wissen, wann, wo und wie er eintritt, ob er schmerzhaft, qualvoll oder schnell und glimpflich ist. 

Noch furchtbarer allerdings ist es, wenn wir es genau wissen, wissen können, wenn wir ins Hotel Aurora in einer wilden Berglandschaft einchecken, um in luxuriöser Umgebung auf eigenen Wunsch dem gezielten Ende entgegenzusehen. 

Jonas Alexander Amby schildert das nach dem Drehbuch von Rasmus Birch am Falle von Max Isaksen (Nikolaj Coster-Waldau), einem schnauzbärtig, hageren Versicherungskaufmann, der doch eine glücklich sein sollende Beziehung zu Laerke (Tuva Novotny) hat – die kommt nach der Mona Lisa -, wie kann man da Sterbewünsche entwickeln? 

Wenn da nicht der Gehirntumor wäre. Amby fängt den Film in perfekt düsterer Thrillerstimmung, sowohl Bild als auch Musik, an. Er liefert als Untertext, der sowohl Stilisierung als auch gemäßigtes Tempo begleitet, die Idee eines letzten Ganges, unwiderbringlich letzter Schritte in einem Leben, von dem wir über Rückblenden erfahren. 

Letzte Schritte, letzte Atemzüge, letzte menschliche Begegnungen wollen wohl empfunden und wahrgenommen werden. Sie sind die Versuchung an der endgültigen Entscheidung, Begegnungen mit Ari (Robert Aramayo) oder Jenny (Lorraine Hilton) – Zimmer- oder Saunabesuche – sind genau das, was die Todeseinsamkeit durchbricht. 

So öffnet der Film sich vom düstern, definitiven Thriller in Richtung einer subtil-verhaltenen Satire, extrem nordisch-trockener Humor – mit einem Drall ins Absurd-Bizarr-Gruselige, wie die dekorativen, wilden Felsformationen im Hintergrund des supergestylten Suicide-Hotels Aurora. Um dann, Vorsicht Spoiler, zum hammerharten Survival-Trip zu mutieren. 

Aus technischen Gründen konnte ich allerdings die letzten etwa zehn Minuten nicht mehr schauen. 

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