Quiang’s Journey (DOK.fest München 2020)

Nach dem großen Erdbeben von Wenchaun/Sichuan 2008verlangt die chinesische Staatspartei die sofortige Zwangsumsidlung der Quiang einer in China geduldeten Minderheit, die dort als Bergbauern ein karges Leben fristen. 

Gao Tunzi fängt seinen Film kurz nach dem Erdbeben an, wie ein Parteifunktionär der Dorfbevölkerung erklärt, dass sie binnen weniger Tage das Dorf für immer zu verlassen hätten. Sie müssten die Tiere verkaufen und die Häuser zurücklassen. 

Im Vorspann erzählt Tunzi die Geschichte der Menschheit, wie die Quiang sie sehen, dass der Mensch vom Esel abstamme. Allerdings gibt es hier ein Perzeptionsproblem, bedingt dadurch, dass die in wunderbar kalligraphischem Schönschrift-Kino erzählte Sage sehr hell ist, gleichzeitig erscheinen ganz in Weiß ellenlange Untertitel; die in der Geschwindigkeit kaum aufzunehmen sind, wobei man kaum mehr dazukommt, die großartigen Handzeichenungen aus dem Buch anzuschauen. Das mit den Untertiteln ist auch im weiteren Film immer wieder ein Problem, wenn Gespräche sind. 

Tunzi legt seine Dokumentation als einen großartigen, kalenderblatthaften Bilderbogen über die Quiang, ihre Kultur und Zeremonien an. Nachdem die Dörfler 2008 schwer bepackt losgezogen sind in eine ihnen unbekannte Zukunft, macht Tunzi einen Schnitt auf 2017 und dokumentiert, wie die Partei offenbar gut für die Leute gesorgt hat, wie sie in modernen Steinhäusern wohnen, wie sie jetzt Tee anbauen, wie die Jungen sich auf die moderne Technik einlassen. 

Die Alten vermissen ihre Götter, die Gräber ihrer Ahnen. Sie wollen zurück und den Gott Mubi holen. Da blinkt kurz ein Generationenkonflikt auf, wenn es darum geht, dass die Jungen sie darin unterstützen. So gibt es Ausflüge ins inzwischen überwucherte, frühere Dorf. Allerdings müssen sie das selber organisieren, die Partei, die sie um Mithilfe bitten, ist mit anderen Dingen beschäftigt, die will den Tourismus ankurbeln. Dafür wären ein paar Bräuche der Quiang doch höchst attraktiv, besonders der Naturjodel, der gegen Schluss ertönt. 

Zwischendrin gibt es zu den vielen Untertexten, die Englisch und Chinesisch sind, auf der oberen Bildfläche weitere Infos zur Kultur der Quieng. 

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