Lebenslinien: Die Tangobäuerin aus dem Allgäu (BR, Montag, 4. Mai 2020, 2200 Uhr)

Eine Frau geht ihren Weg

von Kindsbeinen an, mit einem unglaublichen Élan vital ausgestattet, so dass sie mit 50 einen Selbstversorger-Einödhof im Allgäu kauft; es sei hart, aber warum soll es anders sein und ruhen könne sie ja, wenn das Leben vorbei sei.

Die ansprechenden Lebenslinien von Arndt Wittenberg (Redaktion: Christian Baudissin) fangen mit einem Bild von hoher Spannung an: auf Holzdielen einer Scheune im Oberallgäu sind die Füße eines Tango tanzenden Paares zu sehen, die Damenschuhe mit den hohen, spitzen Absätzen. Das sei ihre Leidenschaft, wird Rosemarie später sagen. 

Allerdings kommt der Tango selbst, den sie mit ihrem Lebensgefährten Arthur, einem Schotten und Geigenbauer, fantastisch tanzt, nur randständig vor. Der Tango hat ihr immerhin die Bekanntschaft mit Arthur gebracht. Sie teilen ihr Leben auf dem Hof. 

Aufgewachsen ist Rosemarie Wegemann zwischen Berkley und München, ihr Vater ein Professor, ihre Mutter Amerikanerin. 

Für das Format Lebenslinien sind Menschen, die sich im Leben überlegen, was sie machen, die begründen, wieso sie so und nicht anders handeln, mit vom Ergiebigsten – ganz im Gegensatz zu häufigen, billigen PR-Promi-Geschichten. Wobei hier indirekt eine bekannte Bio-Landwirtschaft in der Nähe Münchens vorkommt; weil Rosemarie dort über zehn Jahre lang als Schweinemagd gearbeitet hat. 

Rosemaries erster Lebensgefährte und ihr erstes Kind waren dort mit dabei; bis ihn ihre volle Hingabe vor allem an die Tiere überfordert zu haben scheint. So wird es auch mit dem zweiten Lebensgefährten gehen, von dem sie einen Sohn hat. 

Rosemarie erzählt, wie sie schon als Kind in einem Stall hinter Vaters Bungalow in Schwabing sich bei den Pferden wohler gefühlt habe als unter den Gören ihres Alters, deren Interessen sie weder teilte noch verstand. Sie ist ein idealistischer Mensch, nie opportunistisch, nie karrieristisch und damit sie mit Arthur den Einödhof finanzieren kann, arbeitet sie frühmorgens bei anderen Bauern im Stall und nachmittags erteilt sie in der Umgebung Musikunterricht. Das fasziniert auch Arthur, wie sie sich von der einen Herausforderung jeweils bei der nächsten erholt. 

5 Gedanken zu „Lebenslinien: Die Tangobäuerin aus dem Allgäu (BR, Montag, 4. Mai 2020, 2200 Uhr)“

  1. Hervorragender Beitrag! Kompliment!
    Sollte die „Tangobäuerin“, Frau Rosemarie
    einverstanden sein, bitte ich um eine Kontakt-
    vermittlung.

    Claudia Jung, email: claudia.jung2015@gmail.com

    Ich glaube von Herzen, dass wir uns begegnen sollen!

    Grüßle aus Lindau
    Claudia Jung

    Danke an die Redaktion

  2. Liebe Rosemarie,Du lebst und erlebst,ich denke so wie Du es machst ist es richtig,die Liebe zu den Tieren,die Dich bei deiner Arbeit unterstützen,jeden Tag im Kleinen ein Wunder zu sehen,wie schon Einstein sagte: Man kann alles als Wunder sehen oder gar nichts,es hat mir so leid getan,dass Du im Schwarzwald so abgelehnt würdest,aber Du hast es richtig gemacht und die Zelte abgebrochen obwohl Du ein Durchhalter bist.Ich bin sehr berührt und gerührt von Deiner Mutter,es war so schön als sie im Film sagte,so wie Du lebst ist es richtig für
    Dich,obwohl man ihr schon anmerkte dass sie sich Sorgen macht,ob Du Deine Kräfte gut einstellst.Ich wünsche Dir und Deinem Mann alles Wunderbare.

  3. Sehr beeindruckend und berührend war dieser Beitrag vom Leben Rosemaries und Arthurs.
    Man wünscht ihnen weiterhin alle Kraft für den Hof, die Tiere und den Tanz.

  4. Dieser Beitrag von Rosemarie und Arthur war so schön, ich wünsche den beiden alles Liebe und Kraft für dieses Leben.

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