Mina und die Traumzauberer

Träumer und Nichtträumer

Für das Träumen ist eine ruhige Lage in der Natur in einem Haus mit wenig Personen ein idealer Ort. 

So ist es für Mina, die mit ihrem Vater und einem Meerschweinchen traumhaft lebt und sich in fantastische Traum-Wolken-Schachwelten hineinträumt in einem einsamen Haus auf dem Lande.

Ungünstiger für das Träumen – und die entsprechend sanftere Auseinandersetzung mit der Welt – scheint das Stadtleben. Jenny, die Stiefschwester von Mina kommt mit ihrer Mutter aus der Stadt, zieht bei Mina und ihrem Vater ein. Jennys Bildwelten bestehen aus Selfies und Internetpostings, dauernd, sie habe über 1000 Follower brüstet sich ihre Mutter. 

Die beiden Mädchen sollen im selben Zimmer schlafen, sind sich aber vom ersten Moment an nicht grün. Jenny nimmt arrogant das Bett von Mina, die selber auf dem Notbett schläft. Jenny ist allergisch gegen die „Ratte“ Viggo Mortensen, wie Mina ihr Meerschweinchen nennt. Keine gute Ausgangslage. 

Schon nach kurzer Zeit bringt Jenny ihre Mutter dazu, wieder ausziehen zu wollen. Aber Mina kommt durch Zufall hinter die Mechanismen der Traumfabrik, ein kleiner Durchlass beim Träumen ermöglicht ihr die Erkundung. Der Mitarbeiter „Gaff“ (könnte mit dem Filmutensil Gaffa zu tun haben) erklärt ihr die Traumindustrie. 

Das ist eine durchorganisiert durchgetaktete Fabrik wie Hollywood. Es gibt Drehbücher, Kulissenbau und Kulissen, Sets, eine Unzahl emsiger Mitarbeiter vom Kulissenschieber bis zum Beleuchter und es gibt durch das luftige Drum- und Dran einer Schienenbahn wie eine Achterbahn. Ist ja eine Traumwelt. 

Darsteller gibt es auch und den Inspektor, vor dem Mina sich in Acht nehmen muss, denn eigentlich dürfte sie nicht hier sein. Aber das Mädel kommt in dieser wundervollen Animation von Kim Hagen Jensen aus Dänemark auf die Idee, mittels Träumen die Träume zu manipulieren, in diesem Falle diejenigen von Jenny. Das funktioniert auf Anhieb hervorragend und Jenny mag plötzlich Viggo Mortensen.

Allerdings sollte man das mit dem Manipulieren nicht zu weit treiben, denn auch die Ängste kleiner Mädchen vor Spinnen können plötzlich virulent werden am Rande zu einer vielfältigen Alptraumhaftigkeit. 

Mehrfach kommt das Mariacchi-Element vor, die Musik, der Tanz aus Mexiko; Skandinavien und Mexiko, eine pikante Mischung; die erinnert an den Film, der behauptet, die Finnen hätten den Tango erfunden, an Mittsommernachtstango.

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