Mrs. Taylor’s Singing Club – Military Wives (Kinostart verschoben)

Antifeministische Kriegspropaganda

Frauen sind, wenn ihre Männer in den Krieg nach Afghanistan ziehen, ihres Lebenssinnes beraubt und müssen beschäftigt werden; das ist die Moral dieses Filmes von Peter Cattaneo (man möchte es kaum glauben, der Regisseur von „Ganz oder gar nicht“ – aber das Drehbuch hatte hier Simon Beaufoy geschrieben (beispielsweise auch Lachsfischen im Jemen oder Battle of the Sexes oder auch den spannenden Everest); während im vorliegenden Kriegspropagandafilm eine Rosanne Flynn als Autorin steht, die bei IMDb mehr Erwähnungen bei „Miscelanneous Crew“ als bei „Writer“ hat, sowie eine Rachel Tunnard, die vor allem als Cutterin eine lange Latte an Credits vorzuweisen hat. 

Der Plot ist ein platter, abgelutschter Abklatsch bestenfalls von „Ganz oder gar nicht“. Ehefrauen von Soldaten auf einer britischen Militärbasis sind während der Verschickung ihrer Männer Subjekte ohne Sinn, brauchen Sinngebung und als ultimative Lösung erfinden sie einen Chor mit einer Doppelspitze von Kate (Kristin Scott Thomas – hat sie keine besseren Rollenanbgebote mehr?) und Lisa (Sharon Horgan), den Flitzcroft-Choir. 

Als dünnes Ziel ist ein Auftritt in der berühmten Royal-Albert-Hall in London vorgesehen; eine krasse Diskrepanz zwischen Aufführungsort und der Unbedarftheit der Sängerinnen und der Probleme bis zum Auftritt. Das alles wird wie lustlos abgehandelt. 

Ständig stehen sich Lisa und Kate im Weg. Es werden dauernd Witzchen gerissen. Das Ereignis in der Konzerthalle ist eine Ehrungsveranstaltung für tapfere Soldaten im unsinnigen Krieg in Afghanistan, der mit Lügen begründet wurde, da sollte man sich lieber Official Secrets anschauen, um etwas über diesen beschissenen Krieg zu erfahren, statt sich dünnes Gesülze von nicht emanzipierten Heimchen anzutun. Britannien, Britannien, wo driftet Deine Filmkultur hin, nach der peinlichen Emma schon der zweite Ausreißer nach unten. Kurz nach dem Glanzpunkt Sorry we missed you

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