Dimpfeliges Publikumraten.
Das Spannendste an dem ansonsten auf niedrigstem Niveau unerträglichen Soll-Lustig-Sein-Abend ist das Erraten des Publikums, das, wenn es im Off zu hören ist, vollkommen überrissen und unnatürlich reagiert, krampfhaft lacht.
Wenn man all die schicken, bebrillten Frauen sieht, daneben ein paar gemütlichere Männer (die nicht so recht zu wissen scheinen, wie ihnen geschieht), so will man kaum glauben, dass sie Eintrittskarten für so ein Schwachsinnsprogramm mit Derbheitsattitüde und nur den abgelutschtesten und billigsten Mann-Frau-Klischees erworben haben.
Und wie man dann auch noch Mitwirkende aus den Schwachstrom-Einspielfilmchen entdeckt im Publikum, wird schnell klar, hier hat der BR mühsamst versucht, die Tische im Studio mit eigenem Personal zu füllen.
Da sitzt doch eine ganze Corona mutmaßlicher BR-Redakteurinnen, bebrillt, eventuell die Sekretärinnen, vielleicht auch noch eine Tante oder eine Oma. Das gibt einem zu denken, dass solche Leute für das Programm eines zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkes zuständig sein sollen, kaum zu glauben und dann noch so begeistert tun vom eigenen Käckerchen. Sie gucken so begeistert, als sähen sie den Kaiser in den berühmten neuen Kleidern – allein es fehlt der Junge, der die Wahrheit sagt.
Es sind dies die Treuhänder des zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkes, die auf Gunstbasis Rollen und Aufträge vergeben: nicht weil die Akteure hervorragend sind, haben sie hier die Gelegenheit bekommen mit Minderleistungen öffentlich-rechtliche Zwangsgelder abzugreifen; ein Wettbewerb kennt dieses System nicht. Weil sie verbandelt sind, vielleicht auch, weil sie ab und an mal einen Blumenstrauß vorbeibringen oder was unsere Fantasie sonst noch für möglich hält, bekommen sie die Jobs: nicht weil sie die per Wettbewerb ermittelt Besten sind, was inzwischen in jeder Branche in Europa gilt, weil die Jobs ausgeschrieben werden müssen. Hier herrscht noch tiefste Pfründenmentalität. So gräbt der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich mit Wettbewerbsverzicht und einer erzreaktionären Veranstaltung mit BR-Onanie-Applaus (und geprägt vom Minderwertigkeitsgefühl der Frau) sein eigenes Grab.
Christian Ruditzki und Christian Nöbel (beide Redaktion BR), Thomas Lienenlüke (Redaktion ORF), Julia Lange, Tom Michi, Moses Wolff (Autoren), Leopold Bauer (Regie), Jan Klophaus (Producer), Jochen M. Köstler (Produzent), Annette Siebenbürger (Leitung), Angela Ascher, Johanna Bittenbinder, Maria Peschek, Anna-Minu Rahimi, Sarah Rahimi, Antonia von Romatowski, Stephen Sidkher geben hier ein überzeugendes Votum für die Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes ab.
Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!