Bearkittens (Stream)

In die Kino-Corona-Lücke drängen die Streams. Jetzt kann, wer will, bei Amazon Prime Einblick bekommen in den Spielfilm „Bearkittens“. Der ist das Produkt eines Lehrganges Filmschauspiel am Bühnenstudio der darstellenden Künste Hamburg von 2017 unter dem Dozenten Lars Henriks. 

Sieben straffällige, schwer erziehbare junge Frauen (Hannah Bortz, Lisa Elke Eschenbrenner, Maren Kraus, Sara Mahle, Virignia Roncalli, Kionia Winter und Lorina Seipp) in orangenen Guantanmo-Overalls müssen mit der Erzieherin Petra (Stefanie Borbe) zu Sozialstunden in den Wald, um Ramadama zu machen. Die Maßnahme wird nicht den gewünschten Erfolg zeitigen. 

In einer Art lüstlingshafter Begeisterung für die Schönheit des Verruchten an der Laszivität des Coming-of-Age, dem Nicht-Korrekten, dem Nicht-Comme-il-Faut, dem Sündigen junger Frauen schildert Hendriks diesen Ausflug und den Hang zum Trash lässt er auch erkennen, köchelt in diesem ruchbaren Genre- und Splattersud von femininer Adoleszenz, Knast und Grenzüberschreitung in Rotlichträumlichkeiten und Koksschniefen.

Das Schauderlichste allerdings sind die Erzählungen. Diese berichten von der Hybris einer überehrgeizigen Mutter und den grauenhaften Folgen für ihr ballettunbegabtes kleines Pummelchen von Mädchen (das könnte eine Geschichte aus dem Struwwelpeter sein!) oder vom früh in der Badewanne ertrunkenen kleineren Schwesterchen oder Max (William Schmidt) jagt den jungen Frauen im Wald Angst ein mit Geschichten über einen Frauen- und Massenmörder, über Erhängte. 

Zwischen den Waldausflug werden Interviews der Protagonistinnen geschnitten, sie erzählen aus ihren Leben und Gründe für ihr Handeln. Auch gibt es zwischendrin Rückblicke auf einzelne Lebensstationen im Rahmen der locker skizzierten Haupthandlung des Waldspazierganges. 

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