Suzi Q (Kinostart am 4. Juni)

Rock-Sängerin mit Ehrendoktorhut

Die Rockmusik ist eine Männerdomäne. Nicht ganz. Suzi Q, Suzi Quatro stammt aus einer kinderreichen Familie in Detroit. Im Teenager-Alter formte sie mit ihren Schwestern eine Band. Suzi war die kleinste von ihnen und spielte die Bassgitarre. Sie ist wohl die talentierteste. 

Suzi wird die Famlienbande zu eng. Sie lässt sie hinter sich, geht nach London. Beginnt eine bemerkenswerte Karriere. Ist ständig auf Tour. Weltweit. Nur in Amerika geht es nicht so richtig vorwärts. Es sind die 70er Jahre. 

Es folgt Entfremdung zur eigenen Familie, wie sie nach Jahren des Tourens wieder nach Detroit zurückkehrt. 

Sie ist eine Rockmusikern, immer im Lederdress bei den Auftritten, die nicht recht zum Begriff „britischer Glam-Rock“ passt, sie ist eine Rock-Musikern, die weder Drogen noch Alkohol braucht, sie ist eine Rockmusikerin, die von einer Familie träumt wie jeder andere Mensch auch – und das auch realisiert. 

Suzi Q ist eine Rock-Musikerin, die nicht nur auf Rock fokussiert ist; sie spielt in Musicals mit, in Fernsehshows, hat ihre eigene Show, macht Radiosendungen; sie hat ein professionelles Verständnis für die Fans; es käme ihr nie in den Sinn, einen Fan anzuschnauzen, bloß weil er ein Autogramm von ihr will; sie ist Vorbild für andere Frauen; sie erhält eine Ehrendoktorwürde. Inzwischen hat sie, 2019, sogar ein Album mit ihrem Sohn Richard aufgenommen. 

Liam Firmager lässt als Leitfaden für seine Dokumentation Suzi Q ihr Leben erzählen, als ob sie es – in wohlgesetzten, ja poetischen Worten – selbst aufschreibt. 

Es ist ein Film für Fans, der in schnellem Wechsel die Stationen ihres Lebens durchstreift, beschrieben aus privatem Videomaterial, aus Interviewausschnitten von ihr, Archivmaterial, Auftrittsmitschnitten, ein Film, der aber nie diesen Eindruck von Sich-an-die -Protagonistin-Ranwanzen erweckt; der die Protagonistin sympathisch in den Mittelpunkt stellt, mit ihr all die Höhen und Tiefen, Erfolge und Misserfolge eines solche Musikerinnenlebens durchgeht, eine Doku, die einen ungewöhnlichen Blick in die Rockgeschichte wirft und leicht und bunt über die Leinwand flutscht. 

Ein Film, der rockt, ein Fanalbum für den Rock oder die Rockerin mit einer Protagonistin, die immer authentisch ist, die zu einem bequemen, bürgerlichen Leben früh Good-Bye sagt, die wenn nötig, Trennungen – privat wie beruflich – in Kauf nimmt, eine Protagonistin, die aus katholischen Verhältnissen kommt und die sich solche Trennungen nicht leicht macht, weder von der Familie noch vom ersten Ehemann. Eine Hardrock-Lady, die keine Pleasure-Seekerin ist, die voll „determined“ ihren Weg geht als eine First Lady des Rock, nie als Sex-Drugs- and Rock’n-Roll-Girl. 

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