New York – Die Welt zu Deinen Füssen

Der Mensch braucht ein Ziel,

und wenn er es sich selber setzt. Und die Menschheit braucht Eigenbrötler, die etwas Eigenes tun, die nicht dem Geld, dem Erfolg, dem Ruhm nachhecheln, das sind Menschen, die sich etwas vornehmen und das systematisch durchziehen, wie Matt Green, 39, der vor acht Jahren sich vorgenommen hat, sämtliche Straßen von New York abzugehen – und rechts und links zu schauen, mit einer Kamera bewaffnet. 

Diese Erkundung von New York ist das Topziel für einen Menschen, der nicht einfach dahindämmern oder gelebt werden will. Frauen müssen zurückstecken. Er hätte auch nicht gedacht, dass es so lange dauern würde; aber da er viel recherchiert, fast mehr recherchiert als geht, so zieht sich das in die Länge. 

Das Unternehmen bleibt, auch wenn Green ohne jede kommerzielle oder Verwertungsabsicht gestartet ist, nicht verborgen, denn von Anfang an hat er sein Tun in einem Blog öffentlich gemacht. Darüber hat sogar die New York Times geschrieben. 

Der Filmemacher Jeremy Workman fand dieses Selbstverwirklichungsprojekt so faszinierend, dass er einen Film darüber machen wollte. Hier ist er. Und wer Spaß an Erkundungen, an Stadt- und Menschenphilosophie hat, der ist hier richtig, oder kann gar selbst zu Erkundungsspaziergängen ermuntert werden und sich von Greens Offenheit anstecken lassen. 

Green ist nicht der Einzige, es gab schon solche vor ihm, er begegnet welchen, einem Professor, der sein Projekt längst abgeschlossen hat, der aber nur bewohnte Straßen abgegangen ist, während Green alles einbezieht, auch Parks, Friedhöfe oder im skurrilsten Fall eine Gegend, in der nach Abriss von Bungalows nur noch die Straßen geblieben sind. 

Anfangs fragt man sich, was soll das, immer nur hinter einem Stadtgänger herzumarschieren mit der Kamera. Das ändert sich bald, wenn Green anfängt, sich mit Menschen zu unterhalten, wenn ihm skurrile Dinge auffallen, wie ein Stadtteil, in dem die Frisöre es lieben, nach Cut für Haarschnitt noch ein Z anzufügen oder auch bei Namen oder wenn ihm plötzlich auffällt, wie viele Erinnerungsstellen und -wände an 9/11 es gibt (er schätzt um die 300), viele bei Feuerwehrhäusern. 

New York als eine Wundertüte, das ist es, was Workman als Verfolger von Green auf der Leinwand ausbreitet und so manches New Yorker Klischee Mores lehrt. Sein Leben finanziert Green mit Cat- und Dogsitting, eine Wohnung hat er nicht, eigene Miete muss er nicht bezahlen; er kommt auch bei Freunden und Bekannten unter.

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