Lassie

Jaine Ainscough

ist eine deutsche Erfolgsdrehbuchautorin und das stärkste Pfund in diesem hochgeförderten deutschen Film. Folgende Filme nach Drehbüchern von ihr hat stefe gesehen und besprochen: 

Gut gegen Nordwind

Ich bin dann mal weg

Alles ist Liebe

Coming In

Miss Sixty

Der fast perfekte Mann

Eltern

Omamamia

Hanni & Nanni 2

Ainscough versteht es immerhin einen grundsätzlichen Spannungsbogen zu spinnen, im Sinne von Märchentantens „es war einmal“. Ihre Dialoge sind nicht ganz so grauenahft erfundene TV-Alltags-Simulationstexte wie bei vielen hochsubventionierten deutschen Themenfilmen. Das reicht in Deutschland bereits aus, um eine überdurchschnittliche Anzahl Kinozuschauer zu mobilisieren, es dürfte eher nicht reichen, um international auf sich aufmerksam zu machen, zu fett wabert deutsche Betulichkeit wie unter einer Käseglocke degetohaft vor sich hin. 

So ist es auch bei Lassie. Hier hatte Ainscough den Roman von Eric Knight als Grundlage. Der Hund spielt die Hauptrolle. Bub Flo (Nico Marischka) ist sein Herrchen. Weil die Glashütte, in der sein Vater (Sebastian Bezzel) arbeitet, dicht macht, muss die Familie umziehen. Die fett klischeehafte Hausbesitzerin (Sarah Camp, mehr Hauswartmatrone als Vermieterin) will die Maurers, so heißt die Glasbläserfamilie, wegen dem Hund gleich wieder rausschmeißen, weil das ausdrücklich im Mietvertrag nicht vorgesehen ist. 

Maurer kann das Tier bei seinem ehemaligen Fabrikbesitzer von Sprengel (Matthias Habich) unterbringen. Dieser ist mit seiner Insolvenz beschäftigt und muss aus diesem Grund zu seinem Ferienhaus am Meer. Er nimmt die Hunde und Lassie mit. 

Lassie büchst aus und macht sich allein auf den Weg zurück nach Norden, nach Deggendorf, von den Autonummern her zu schließen. Das ist der Abenteuerimpetus der Geschichte, denn Flo will seinen Hund zurück, macht sich auf die Suche. Die sozialen Netzwerke und Bilddienste spielen dabei eine unerlässliche Rolle. 

Der Feld-, Wald- und Wiesencast gibt sein Bestes. Sebastian Bezzel kämpft in jeder Rolle, die nicht Eberhofer ist, gegen seine Punktgenau-Erfolgsrolle an; Regisseur Hanno Olderdissen (Rock my Heart, Weny 2- Freundschaft für immer) lässt die Schauspieler ein Aus-dem-Bauch-Theater spielen, was man früher wohl verächtlich Provinztheater genannt hätte, die Musik bauscht sich süßlich auf, bringt des öftern das Intro vom IC-Bus der Bahn, die Kamera ist nicht allzu beweglich aber auch nicht allzu hell- und umsichtig, Kadrage und Montage sind eher tranig statt von Tempo und Rhythmus bestimmt. Aber dank Ainscough bleibt die Geschichte verfolgbar. Und Lassie ist ein Traumhund, davon werden viele Kinder nach dem Film träumen. Frage des Tages: Wie spielt man eine blöde Kuh?

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