The Lodge

Die Folgen der Scheidung der Eltern

für heranwachsende Kinder können fürchterlich sein, der reine Horror. Sie sind es für Mia (Lia McHugh) und ihren älteren Bruder Aiden (Jaeden Martell). 

Vater Richard (Richard Armitage) arbeitet bei der Zeitung. Über eine Rercherche lernt er Grace (Riley Keough) kennen. Er findet sie aufregend, trennt sich von seiner Frau Laura (Alicia Silverstone). Die Kinder sind mal bei Papa, mal bei Mama. Das kann nicht weiter gut gehen. Papa möchte die Scheidung. Das verträgt Mama schlecht. Sie opfert sich, bildlich gesprochen im Hinblick auf Thanksgiving. Hier tragen die Kinder eine Art Hüte in Form gebratener Truthähne. Symbolik genug. 

Die Kinder lehnen Grace ab. Papa möchte zur Weihnachtszeit Versöhnungs- oder Angewöhnungstage in einem Lodge verbringen. Vorher entdecken die Kinder im Internet den wahren Hintergrund von Grace. Sie halten sie für eine Psychopathin. 

Der Zuschauer ist damit auch informiert. Der wahre Horror läuft im Kopf ab. Aber auch in dem einsamen, zugeschneiten Lodge, wo der Papa seine neue Frau mit den beiden Kindern allein gelassen hat, weil er zurück in die Stadt zu seinem Job musste. Derweil passiert in dem Haus in den Bergen das Maximum an Horror mit einem Minimum an Blut. 

Die Filmemacher Veronika Franz und Severin Fiala (Ich seh, ich seh)(die Originalidee stammt von Sergio Casci) haben eine subtile Herangehensweise. Erst stellen sie Horrorräume pur vor, die finden sie in einem kindsgroßen Puppenhaus, das erstaunliche Ähnlichkeiten mit dem späteren Lodge aufweist. Darin sind Puppen; sie spiegeln die Personen in der Familie. 

Franz und Fiala haben sich für eine konsequente Herangehensweise mit einer quasi „objektiven“ Kamera entschieden: die Kamera steht vor allem in einer Position, die derjenigen entspricht, wenn bei einer Schuhschachtel eine Seitenwand entfernt ist; überwiegend. So entsteht generell schon ein Bild von der Bedrohlichkeit der Räume. Diese Grundstimmung wird auch permanent untermalt von einem subtilen Gefahrensound. Die Macher beweisen damit ein feines Horrorhändchen. 

Von solchen Filmen soll selbstverständlich nicht allzuviel verraten werden. Es gibt noch einen Hund. Und bei Scheidungen gibt es einen Kollateralschaden für die Kinder, und der ist wirklich horribel: dass sie sich schuldig fühlen. Insofern ein Horrorthriller nah an der Realität von durch Scheidung psychisch geschädigter Kinder. 

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