Intrige

Dreyfus-Affäre.

Über diese Affäre, die Frankreich vor etwa 120 jahren erschütterte, gibt es bereits jede Menge Filme und Bücher. 

Diesen fügt Roman Polanski mit der Verfilmung des Buches von Robert Harris, mit dem er auch das Drehbuch geschrieben hat, ein weiteres Meisterwerk hinzu. Wobei, zugegeben, auch dieses konnte mir nicht alle Zusammenhänge endgültig klar machen. 

Die Hauptfigur in dem großartigen Sittengemälde ist der Offizier Georges Picquart, ein aufrechter Franzose, eine faszinierende Männerbesetzung so ganz ohne Eitelkeit oder modernistische Manierismen. 

Picquart soll in die Intrige gegen Alfred Dreyfus (Louis Garrel) eingesetzt werden, der, auch weil er Jude ist, für die Opferfigur herhalten muss. 

Die Geschichte springt zwischen 1895 und 1899 hin und her. Dreyfus wird verurteilt und auf die Teufelsinsel verbannt. Picquart wird zum Chef der Spionageabteilung ernannt. 

Polanski lässt sich Zeit, ausgiebig die Zustände zu schildern und wie Picquart in der Abteilung aufräumt. Er schildert mit Wonne und großen Bildern, wie Picquart in einer Kirche Dokumente von einer Putzfrau aus der deutschen Botschaft übernimmt, die sie zerrissen in Papierkörben gefunden hat. 

Polanski schildert detailreich, wie in einem Büro der Spionageabteilung diese Dokumente wieder zusammengesetzt (und allenfalls gefälscht) werden. Er fährt ein großes Personal an Staats- und Juristereifiguren auf und aus Schriftexperten, die alle ihr Süppchen mitkochen in der Affäre und ihren Grund haben, für oder gegen Dreyfus zu sein und Picquart gestattet er auch noch eine Liebesaffäre. 

Es ist so eine Mischung aus gewaltigem Historienschinken, exezellenter Ausstattung und Schauspielerführung und immer wieder blitzen die Ränke der Staatsräson auf sowie latenter Antisemitismus, die Gewissenskonflikte des ehrbaren Staatsdieners und eben des defätistischen. Der Bildergenuss ist hier sicher größer aber nicht so brutal den Staat demaskierend wie Official Secrets es tut.. 

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