Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

Drachen sollten keinen Dudelsack verschlucken.

Das kann gewisse Winde mit unangenehmen Geräuschen verstärken. Aber es gibt Rettung. Dr. John Dolittel (Robert Downey Jr.), der Arzt, der mit den Tieren sprechen konnte, er spricht auch Drachisch und kann das feuerspeiende Ungeheuer so weit beruhigen, dass er den Eingriff wagen kann in seinen Darm. Da kommt nachher nicht nur ein Dudelsack heraus. 

Warum Dr. Dolittle in diese Drachenhöhle gerät, das ist die Folge einer langen Geschichte und eines Mordsversuches an der britischen Königin, einer Hofintrige in diesem Film von Stephen Gaghan. 

Eigentlich hat der verwegen und verlottert ausschauende Arzt überhaupt keine Lust mehr zu praktizieren, nachdem ihm seine Frau gestorben ist. Sein Anwesen „Manor Dolittle“ ist zugewachsen wie das Schloss von Dornröschen. Eine Botin der britischen Königin weckt ihn aus dem Schlummer und reaktiviert das Genie, das sich somit auf eine abenteuerlich-verwegene Reise einlässt mit einer Begleitequipe aus Papagei, Strauß (wie ein Daumier-Satire-Bild, er mit Zylinder auf diesem Vogel reitend) und Eisbär. Ihm schließt sich noch ein Eichhörnchen an und weiteres, auch sehr kleines Getier.

Um die Königin zu heilen, gibt es nur ein Gegenmittel vom Eibenbaum, der ist auf einer entlegenen Insel zu finden, auf der weitere Gefahren lauern, was die tollsten Abenteuer der gegen den Kamm der Korrektheit gebürsteten Gruppe auslöst mit Segelschiff und Gefangenschaft, mit bösem Tiger und Gegenspieler Dr. Blair (Michael Sheen), der umgekehrt proportional zu seinem korrekten Äußeren unkorrekt ist. Und mit King Rassouli (Antonio Banderas) bekommt Dolittle es auch noch zu tun. 

Dr. Dolittles ungebetener Schüler Tommy Stubbins (Harry Collett) schließt sich dem Abenteuerrteam an, er, der Schießhemmung hatte bei der Entenjagd und stattdessen ein Eichhörnchen traf. 

Es ist das Prinzip solcher Schräg-Komödien, wie ein Elefant im Porzellanladen in der Boutique der Korrektheit rumzubatzen, das wird konsequenterweise beim Auftritt im Buckhingham Palast besonders wirksam und sicher unterhaltsamer und schräger als der aktuelle Familienzwist im Hause Windsor mit einer Schwiegertochter, die sich mit einer Rolle in der zweiten Reihe nicht zufrieden geben kann; ein knalliges Sujet, das hier problemlos hinzuzufügen wäre, Tier muss noch gefunden werden. 

Und wer sich mit Tintenfisch Leona, der stillen Beobachterin in den Gemächern der Queen, unterhalten möchte, der muss den Kopf ins Aquarium stecken; für Dolittle eine Selbstverständlichkeit – für Hofschranzen nicht; die deshalb die Info auch nicht mitbekommen. Ein deutsches Känguruh ist gottseidank nicht dabei; das würde vor Schreck tot umfallen, wenn es sähe, was sich mit Tieren für Klabauter-Unfug auf der Leinwand anrichten lässt. 

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