Lindenberg! Mach Dein Ding!

Subventioniertes Reenactment.

Dieser Film von Hermine Huntgeburth nach dem Drehbuch der Subventions-Routine-Autoren Christian Lyra, Alexander M. Rümelin und Sebastian Wehlings zeichnet das Leben von Udo Lindenberg nach zwischen den 50er Jahren und seinem Durchbruch in den 70ern in bewährt TV-asthmatischer Verhackstückelung und mit deutlichem Erklärgestus der Texte unter Verzicht auf nunancierte Arbeit mit den Schauspielern, aber mit viel Hingabe an eine aufwändige Ausstattung. 

Es gibt verschiedene Udo-Darsteller. Den älteren spielt Jan Bülow und er sieht wirklich und glaubwürdig wie ein 70er-Jahre-Hippie aus, wie auch seine Mitspieler und Mitmusiker. 

Das Drehbuch könnte ein Küchendrehbuch sein: man hat eine Biographie des Künstlers vor sich und sucht geeignete Szenen zum Nachillustrieren. Dadurch ergeben sich keine Konflikte, ergibt sich auch nicht die Möglichkeit der Empathie mit der Hauptfigur. Das dürfte mit ein Grund sein für den schnellen Ineinanderschnitt, damit der Zuschauer gar nicht erst zur Besinnung kommt, und auch die ständige Hin- und Herhupferei zwischen den 50er-, 60er- und 70er-Jahren. 

Damit der Hinterletzte es versteht, folgt auf eine Szene als Kind, in der er davon träumt, was er werden will, eine Szene, die ihn auf diesem Weg zeigt. Es ist handwerkliches Hauruckkino zu Lasten tieferer Einblicke in die Künstlerseele, in die Abgründe seiner Beweggründe. 

Udo bekommt als Kind zum Geburtstag vom Papa Drums geschenkt; ab da ist er Drummer.

Es fließt unermesslich viel Alkohol in diesem Film und LSD wechselt auch gerne von einer Zunge zur nächsten. Die Rollen bleiben auf deutschem Subventionsniveau, oft, als seien sie in ein enges Korsett eingespannt. 

Den K.o. erhält der Restfilm mit dem Einspieler am Schluss mit dem echten, inzwischen über 70jährigen Udo Lindenberg mit einem Act vor einem praktisch leeren Keller. Der ist nicht nachahmbar, nicht nachspielbar, nicht reenactbar. Insofern scheint die ganze Mühe wieder einmal vor allem der Geldbeschaffung und Arbeitsbeschaffung von Filmberuflern gedient zu haben, die in ihren Gewerken oft Hervorragendes leisten, scheint es darum gegangen zu sein, mit diesem überflüssigen Biopic Zwangsgebührengelder auf die eigenen Mühlen zu lenken.

ROTE KARTE DES ZWANGSGEBÜHRENZAHLERS!

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