Swans – Where does a Body end

Rockopas

sind der Hit. 

Ein Phänomen unserer Tage scheinen die Rockopas zu sein; sie füllen Säle und Arenen mit ihren Fans und deren erwachsenen Kindern, gehen auf Tour, produzieren Alben und alle paar Wochen erscheint ein neuer Film über einen von ihnen. 

Dieses Musiker-Biopic von Marco Porsia, der mit Rodney Ascher, Marco Bresba, David Hyde, Pedro Orrego auch das Buch geschrieben hat, fährt in die Knochen. So intensiv scheint Michael Girahttps://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Gira, ehemals SWANS („eine der lautesten Bands des Planeten“), immer noch gegen die Traumata der Jugend zu kämpfen, auch Trauerbewältigung, scheint zu versuchen, den Augenblick zu erhaschen oder die Ewigkeit zu greifen. Oder: die Musik als Bussritual. Die komplette Unterwerfung des Publikums verlangt. 

Hinzu kommt die philosohische Fundierung für Giras Leben als auch für den Film. Er denkt nach darüber, was der Körper sei, wo er endet, was mit ihm passiert nach dem Tod und ob man nicht das Individuum viel zu wichtig nehme, ja ob er überhaupt existiere. 

Gegen solche Fragen spielt Gira an, schreit er an, spielt er an, versinkt in Ekstase, liefert physisch bannende Performances, geht Metamorphosen durch, verausgabt sich total auf der Bühne. 

Gira sieht das Leben als eine spirituelle Reise. Auf die nimmt er sein Publikum mit, auf diese zwingt er sein Publikum, dagegen ist nicht anzukommen, meint ein Fan. Er wolle einen Sound machen, der einem Gehirn und Gedärm wegblase, hat Gira früh gesagt. Sie seien mit SWAN die wohl lauteste Band der Welt gewesen. 

Es gibt eine Aufnahme, da verstummen seine Musiker, er schreit nur noch, das sieht ungeplant aus, der Schrei wird heller, dann setzt wieder die Musik befreiend ein. Er rudert mit den Armen. Es sei eine Herausforderung, mit ihm zu arbeiten. Das Personal wechselt. Immer neue Inkarnationen. SWAN löst sich auf, damit die Beziehung zu Jarboe, die mitprägend war.https://de.wikipedia.org/wiki/Jarboehttps://de.wikipedia.org/wiki/Jarboe

Der Film ist ein knochenharter Gang durch diese hartnäckige Biographie, Alkoholprobleme, Tour fast ohne Publikum, ein Versuch der Anbiederung ans Publikum misslingt, dann wieder die eigene Musik. 

Es ist ein Gang durch dieses Musikerleben mit Stimmen von anderen Musikern, Managern, Produzenten, Kritikern, Fans und dominierend mit Aufnahmen seiner Musik (erst sehr spät im Film gibt es einen Einblick in neuere Proben zur Albenaufnahme), von Porsia kunstvoll-künstlerisch montiert und besonders für Musikfans, Rockpop-Fans ist es eine spannende Reise durch ein modernes Stück Musikgeschichte wie ein Talking Head meint. 

Giras Spirit macht sich diesen Film untertan. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.