Queen & Slim

Blind Date

Queen (Jodie Turner-Smith) und Slim (Daniel Kaluuya) lernen sich über das Internet kennen und treffen sich in einem Imbiss. Ein bisschen unsicher, nicht total begeistert, Slim ist sowieso der Typ, der a priori schuldbewusst schaut. Sie mag den Salat nicht, er hat einen vollen Teller vor sich und darf sich auch an ihrem Salat bedienen. 

Wie weiter? Es ist keine Abneigung da, aber auch keine besondere Zuneigung; es plänkelt sich. Ok, er kann sie ja noch nach Hause fahren, aber Sex soll er gleich abschreiben; so schnell geht das mit Queen nicht. 

Es passiert eine unachtsame Bewegung im Auto, spontan will er ihr das Handy aus der Hand entwinden, von dem sie nicht lassen kann. Ein Schlenker auf der Straße; sofort Blaulicht und Polizeisirene hinter den beiden. Noch schnell ein absichernder Dialog, ob er keine Waffen, keine Drogen im Auto habe. Die beiden kennen sich ja kaum. 

Es ist, merkwürdig genug, ein einzelner weißer Polizist, der die beiden Schwarzen kontrollieren will. Er reagiert auf kleinste Bemerkungen beleidigt. Die Situation erhitzt sich, Polizist zückt Waffe, Schuss geht los, streift Queen. Slim und Polizist rangeln, Polizist bleibt tot auf der Straße liegen. 

Das ist die einführende Szene vor den Titeln dieses Filmes von Melina Matsoukas nach dem Drehbuch von Lena Waithe und James Frey. Es ist der Anfang eines der vielleicht schönsten Road-Movies der letzten Zeit, eines der intensivsten. 

Es gibt viele Fahrten über Land in verschiedenen kinoschönen, amerikanischen Limousinen. Es wird wie eine Sight-Seeing-Tour vor allem durch das weniger glanzvolle, ärmere Amerika in Richtung Florida. Von da will Slim nach Kuba fliehen, denn dass sie in Amerika keine Chance haben als Schwarze, die einen weißen Polizisten erschossen haben, das versteht sich von selbst. 

Es reihen sich verschiedene wunderbare, wundersame und auch wieder gefährliche Situationen aneinander. Einmal will Slim sich auf ein Pferd neben der Straße setzen, das sei eine gute Sache, meinte Queen, denn vor einem Schwarzen auf einem Pferd, da hätten die Weißen Respekt. 

Inzwischen ist der Polizeiapparat in Bewegung gesetzt, die Verfolgung läuft. Das Video von der Schießerei verbreitet sich online. Stellenweise werden die beiden wie Helden empfangen. Und auch beschützt. Aber auch wieder verraten. 

Die Szene, wie Matsoukas allerdings eine Demo der Schwarzen mit einer innigen Liebesszene im Auto von Queen und Slim neben einem Friedhof ineinanderschneidet, das wirkt kunstgewerblich. Das wird mehr als wett gemacht durch die beiden großartigen Schauspieler und die Entwicklung der Liebe zueinander in schönster Erzählökonomie auf die Leinwand gebracht. 

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