Supervized

Aus Irland kommt ein Blödelfilm der Seniorenextraklasse, den ich leider überhaupt nicht genießen konnte, weil ich just vorher einen ekelhaften Kriegspropagandafilm gesehen hatte; die subjektive Befindlichkeit ist immer auch Teil der Filmrezeption.

Es ist wie Schülerhumor mit einem Touch Dadaismus, wenn die Welt aus ihren regulären Bahnen, die Menschenwelt, die Altersheimwelt, auf den Kopf gestellt wird, aus den Pantinen kippt, gegen die Depression gebürstet wird, was Steve Barron nach dem Drehbuch von Andy Briggs und John Niven mit sichtlichem Spaß – und ohne jeden cineastischen Ehrgeiz auch tut, Gag, Pointe und die Grotesksituationen zählen und nicht das große Kinoerlebnis ist intendiert.

Es ist ein Film, bei dem der Zuschauer eine gewisse Disposition zum Lachen mitbringen sollte über diese britisch-skurrile Altersresidenz Dunmanor, in welcher ehemalige Supermänner und -frauen mit magischen Extrakräften wohltbetreut ihrem Superende entgegensehen.

Aber die Supermenschen können es nicht lassen, ihre übersinnlichen Kräfte einzusetzen, das mag simple Faulheit sein, bei einem öden Fernsehprogramm sich nach der Fernbedienung zu strecken, sondern diese mit Geistesanstrenung im Sinne der Telekinese zum Progammwechsel aufzufordern. Oder es wird für massive Gewalt eingesetzt gegen eine jugendliche Gang, die versucht, ein Auto zu knacken.

Vor allem werden diese Kräfte wichtig und – mit Komplikationen – auch eingesetzt, wie die Supersenioren herausfinden, dass ein Unbekannter, eine Unbekannte versucht, ihnen die Superkräfte zu stehlen und diese kommerziell zu verwerten („trading with stolen superpowers“). Da wird ein Krimi aus der Superman-Seniorengroteske.

Verblödelung, Veräppelung auch des ganzen Star-Getues um die Superhelden bei einem regionalen „Hero Day“, einem Jahrmarkt, bei dem Superhelden-Veteranen sich präsentieren und Autogramme schreiben. Sie werden im Bus dorthin gekarrt. Ach ja, Superheroes sind eben doch auch nur Menschen – und dem Verfall preisgegeben.

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