Die Wache – Keep an Eye out

Denunziation

in edler Betonästhetik.

Sowohl das Polizeikommissariat als auch der Wohnblock des Verdächtigen sind mit ausgesucht feinem Beton gemustert, geschmackvoll gebaut und eingerichtet. Exquisite Räume, die eine Betonheimeligkeit ausstrahlen.

Trotzdem wird die Lage für Louis Fugain (Grégoire Ludig) mehr als unangenehm. Bloß weil er in einer bestimmten Nacht siebenmal die Wohnung verlassen hat. Mal sollte eine Kakerlake getötet werden und es fehlte der Spray, mal ging es lediglich darum, frische Luft zu schnappen.

Aber jedes Mal, wenn Fugain seine Wohnungstür öffnet und zum Lift geht, öffnet sich die Tür einer Nachbarin, die ihre Nase rausstreckt. Solche ekelhaften Nachbarn gibt es. Und sie schenken den beobachteten Nachbarn gut ein. Erst recht, wenn Louis dummerweise beim achten Mal vor dem Haus eine Leiche findet. Da ist er schnell denunziert, abgeholt und sitzt im Verhörzimmer.

Hier fangen mit Kommissar Buron (Benoît Poelvoorde) die belgisch-trocken-lakonischen Absurditäten an, Urständ zu feiern. Denn der Interviewte muss sich auf eine lange Nacht einstellen, obwohl der Kommissar müde und hungrig ist.

Noch komplizierter wird die Lage, weil der Kommissar mal raus muss, sich in der idyllischen Tiefgarage mit seinem Sohn trifft. Derweil soll der merkwürdige Philippe (Marc Fraize), ein nicht so ganz dichter Beamte, die Aufsicht übernehmen und schauen, dass Louis nicht abhaut. Das hat der gar nicht im Sinn. Im Gegenteil, er fängt an, Louis zu befragen. Der hat nämlich die Polizeiaufnahme-Prüfung gar nicht bestanden. Und er hat den Tick mit dem „sozusagen“. Den hat auch seine Frau, die später nach ihm fragt.

Zwischendrin transportiert Fugain die Figuren des Kommissariats in die Geschichte seiner Erinnerungen. Die Dialoge sind von einem trockenen Humor, dass man sich wundert, dass sie nicht stauben – oder steigt deshalb Rauch aus dem Bauch des Kommissars?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.