Nestarrest.
Dass das mit der Bestrafung von Kindern oft nicht im beabsichtigten Sinne funktioniert, ist auch hier festzustellen: den Nestarrest benutzt Rabe Socke, um mit dem kleinen Dachs (der kann lesen!) und mit Eddie Bär (der steht für physische Größe), auszubüchsen, um den Schatz zu suchen, von dem er im verstaubten Zimmer des Opas erfahren hat.
Mit Versprechungen, wie Politiker sie Wahlgehülfen gegenüber machen („Wenn ich König bin, wirst Du Minister“), überredet Socke die zögerliche Eddie und den kleinen Dachs, mitzutun.
Diese Abenteuergeschichte inszenieren Verena Fels und Sandor Jesse nach dem Drehbuch von Katja Grübel alleweil so klar und einfach, dass das angepeilte Publikum, Kinder, die noch nicht lesen können, bestens mitgehen kann.
Die Story enthält auch alles, was eine Kindergeschichte ausmacht: Abenteuer, Strafe, Ausbüchsen, Tricksen, gefährliche Situationen, Vertrauensbildung, Teambildung, diebische Gegner.
Aber der Kritikaster hat doch Einwände. Ihm hat der Vorgängerfilm Der kleine Rabe Socke 2: Das große Rennen besser gefallen. Der hatte mehr Schwung, war kecker.
In dieser Schatzsuche allerdings kommen mir die Handhabung der Sprache reichlich einfallsfrei vor, speziell wenn geflucht wird wie „verdammt“ oder dann so Ersatzflüche wie „ach, du dickes Ei“, „verflixt, verdammter Bibermist“.
Überhaupt wirken die Dialoge und auch die Montage reichlich holprig bis arg bieder betulich. Der Film mag gut genug sein, die Synapsenbildung im kindlichen Hirn zu fördern, Zusammenhänge zu sehen und zu erkennen; allerdings für die Bildung von Sprachgefühl (auch die Sprecher-Stimmen wirken mir zu changiert), von Stilgefühl, von Kinogefühl kein Glanzlicht und dürfte auch kein Klassiker werden. Wobei mein Eindruck ist, dass das bei Kindern nicht unbedingt etwas kaputt machen muss. Die sind robust im Erspüren von sprachlicher Qualität. Trotzdem erscheint mir die vielfältige Förderung mit Zwangsgebührengeldern problematisch; da gibt es sicher witzigere, geistreichere, pfiffigere Bücher. Zum Beispiel der Film „Latte Igel und der magische Wasserstein“. Auch die musikalischen und Tanznummern überzeugen nur bedingt.