Nicht genehmigungsfähiger Humanismus.
Die aussichtslosen Fälle, die in keiner staatliche anerkannten Institution mehr aufzufangen sind, haben sich Olivier Nakache und Érich Toledano für ihren neuesten Film vorgenommen (Ziemlich beste Freunde, Heute bin ich Samba, Das Leben ist ein Fest).
Mit eminenter Street-Credibility beschreiben sie die Aktivitäten, immer am Rande des Irrsinns, des schwarzen Humors und der Legalität, von zwei Exponenten solcher nicht genehmigungsfähiger, humanistischer Vereine.
An sie wenden sich seit 15 Jahren alle staatlich anerkannten Sozialinstitutionen, wenn sie mit Patienten am Ende ihres Lateins sind, oder wenn nur noch Fesselung und medikamentöses Stillstellen hilft.
Bruno (Vincent Cassel) und Malik (Reda Kateb) sind die Repräsentanten solcher Vereine, der eine jüdisch, der andere Muslim. Sie sind in ständiger Abrufbereitschaft, Notfall um Notfall meldet sich. Immer wieder bekommen sie es mit den Ordnungshütern zu tun, weil beispielsweise Hélène wieder schreiend durch die Straßen rennt oder weil Joseph in der S-Bahn auf der Brücke wieder die Notbremse gezogen hat (zur Beschwichtigung für die Ordnungshüter sagen sie: „Wir sind nah dran“; also das wird bald nicht mehr vorkommen) oder weil Valentin (Marco Locatelli) mit seinem Schutzhelm wieder abgehauen ist und sein zu integrierender Betreuer Dylan (Bryan Mialoundama) gerade mal kurz Zigarette rauchen ist; den Helm setzt Valentin immer auch wieder als Schlaginstrument ein.
Im Lokal von Menahem (Alban Ivanov) treffen sich die Gruppen, mal zum Begrifferaten oder der Wirt möchte dem überbeschäftigten Bruno endlich ein Date verschaffen, was meist nach zwei Minuten wegen eines Notfalles vorbei ist, selbst wenn er sein Handy ausgeschaltet hat.