Die Götter von Molenbeek – Autos ja Amine

Kindermund.

Das ist die Hauptfaszination dieses Filmes, wie die Protagonisten, 6-jährige Kinder aus dem Ortsteil Molenbeek von Brüssel, angehalten werden über Gott und den Tod, die Religion zu sprechen.

Der Film von Reetta Huhtanen ist durchweht vom Geist der Steiner-Schulen, der ist behutsam, weltoffen, allergisch gegen Feindbilder.

Die Filmemacherin ist die Tante des 6-jährigen Aatos, der in der Schule schon selbständig Vorträge hält. Er stammt aus Finnland, lebt im Viertel Moolenbeek von Brüssel, das eine multikulturelle Mischung aus Einwanderern der verschiedensten Provenienzen darstellt.

Aatos sprich Finnisch mit der Mutter, Spanisch mit dem Vater, Französisch in der Schule und vermutlich auch ein paar Brocken Arabisch und Russisch mit Kindern aus der Nachbarschaft. Sein Freund ist der muslimische Amine aus Marokko. Der lernt Arabisch.

Die Tante von Aatos ist ihm vertraut und sie scheint auch wunderbar das Vertrauen der Spielkameraden von Aatos gewonnen zu haben, es kommt noch das Mädchen Flo dazu.

Die Filmemacherin interessiert sich für die Themen Gott und Glauben, Religion, Terror und Tod und Angst. Sie lässt die Kids darüber reden, das tun sie frisch von der Leber weg, auch nach den Anschlägen von Brüssel, dem „Mardi Noir“, für die Muslime aus Mollenbeek verantwortlich gemacht wurden. Das zeitigt Demos in dem Stadtteil.

Aatos wundert sich, wie Mutter am Abend ein finnisches Märchen erzählt, warum darin keine Bomben vorkommen. Aber die Filmemacherin begleitet die Kids auch beim Spielen mit dem Ball oder Tretroller im Hinterhof, beim Baumklettern, im Park, am Wasser.

Der Film ist eine intime Momentaufnahme aus einem zeitaktuellen Schmelztiegel in Europas Verwaltungshauptstadt. Es folgt ein Abschied, denn die Eltern von Aatos ziehen nach Finnland; Aatos wird dort eine Steiner-Schule besuchen. Amine weint.

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