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Kalt gekocht zum heißen Verzehr.

Der Film von Olivia Wilde nach dem Drehbuch von Emily Halpern, Sarah Haskins + 2 (die große Zahl von Autoren lässt immerhin auf eine breitgefächerte Drehbucharbeit schließen) kommt mir vor wie ein marktgerecht kalkuliertes Produkt.

Wie kann man Teens zwischen Highs-School und College in die Kinos locken, was sind ihre Probleme, welche Sujets und Topoi (sprich: Klischees) versprechen eine sichere Bank?

Hier wurde sich viel versprochen von einem Freundinnenpaar, das über den letzten Tag der Schule mit Schulschlussparty bis zur Abschlussfeier am nächsten Tag begleitet wird. Es sind zwei Streberinnen, so wird behauptet, die feierungeübt sind, woraus sich planmäßig Komik extrahieren lässt. Diese Diskrepanz zwischen Verstudiertheit und Partygeilheit wird eher gröber gehobelt statt fein ziseliert und genau beobachtet herausgearbeitet.

Amy (Kaitlyn Dever) weiß, dass sie lesbisch ist, hat sich aber noch nicht getraut. Womit auch hier Erste-Mal-Komik vorbereitet wird. Ihre dickste Freundin und ihr Gegenstück ist Molly (Beanie Feldstein). Diese träumt davon, wie Ruth Bader Ginsburg zu sein, hat ein Bild von ihr an der Wand hängen und möchte die jüngste Richterin am Supreme-Court werden.

Die Filmemacherinnen haben möglicherweise die Dokumentation über RGB nicht gesehen, in dieser gibt es die vielleicht schönsten Liebesszenen überhaupt im Kino der letzten Jahre, diese Super-8-Aufnahmen. Und die haben nun grad gar nichts mit der Pointe-Lacher-Mechanik zu tun, die hier im Film praktiziert wird. Dies zeigt auch, dass der Film sich selbst nicht besonders ernst nimmt. Dass er der Popcorn-Jugend eine schnellen Happen zum schleunigen Verzehr und nicht mehr bieten will.

Immerhin streben die Filmemacherinnen keinen Kitsch an. Denn Molly und Amy erleben eine abenteuerliche Nacht von der ersten Party, auf der sie die einzigen Gäste sind, von der zweiten, die eine Mystery-Party ist, bis sie schließlich da landen, wo Nick (Mason Gooding) sein soll, in den Molly, allerdings nur halb sich gewahr seiend, verknallt ist, und auf welcher der lesbische Akt mit dem falschen Loch stattindet. Als Motto steht über dem Film, man solle sich nicht unterkriegen lassen. Solche Kinoware lässt sich jedenfalls garantiert nicht unterkriegen.

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