Der Kampf um Midway war im zweiten Weltkrieg, 1942, eine Schlacht um einen Stützpunkt der Amerikaner im Pazifik. Hier lockten sie die Japaner in eine Falle und übten somit Rache für den Überraschungsangriff auf Pearl Harbour von 1941.

Midway war die Schlacht, so stellt es auch dieser Film von Roland Emmerich nach dem Drehbuch von Wes Tooke dar, die im Pazifik die Wende zu Gunsten der Amerikaner brachte. Insofern ist der Film ein Sieger-Film, Kriegstraumata und andere Kolloateralschäden als Folge solcher Siege kommen darin nicht vor. Er ehrt die Helden dieser Schlacht mit Medaillen und biographischen Zusatzinformationen am Schluss.

Ein typischer Kriegspropagandafilm also und da China als Koprozent vermerkt ist, ein Kriegsporpagandafilm im Sinne der imperialistischen Mächte China und Amerika, währen die Japaner übel wegkommen, auch wenn der Film – alibihalber – auch den japanischen Soldaten gewidmet ist, die aber keine weitergehende ehrende Erwähnung bekommen, wie der Kommandant des Flugzeugträgers, auf dessen Befehl sein Schiff versenkt wird, und der mit dem Schiff freiwillig in den Tod geht.

Es scheint ein Film zu sein ganz im Sinne der Haltung Trumps, wie er sie mit dem Satz „he died like a dog“ lautmalerisch-verächtlich zum Tod des IS-Führers neulich zu erkennen gab. Die Japaner starben wie Hunde oder sie handelten wie Hunde, wenn sie einen gefangenen Amerikaner in Handschellen und mit einem Seil an einen Anker gebunden lebendig im Meer versenken.

Die Gattinnen der amerikanischen Helden sind adrett vollgeschminkte Filmheldinnen, die im trauten Häuschen die Kinder versorgen und um ihren Liebsten, den Helden, bangen, angezogen wie für eine Persil-wäscht-weißer-Werbung, von der Mode her top in den 40ern (überhaupt versucht Emmerich den Film so altmodisch wie möglich aussehen zu lassen, why?).

Für die Kriegshelden hat Emmerich überwiegend knackige Männer ausgesucht, denen die Kriegsunbill nicht allzu sehr zusetzt – Krieg soll im Propagandafilm schließlich appetitlich bleiben -, bis auf den älteren Herren mit der tiefen Domglockenstimme und der Gürtelrose.

Naturgemäß gibt es in so einem Kriegsfilm unendlich viele Kriegshandlungen, mal überzeugender, öfter auch weniger überzeugend computeranimiert, Flugzeuge, Rauch, Bomben, Fehllandungen auf dem Flugzeugträger, Beinahfehllandungen, Abschüsse, tollkühner Sturzflug, Abstürze immer und immer wieder und massenhaft, der ganze Himmel voll.

Laut IMDb hat der Film geschätzte 75 Millionen Dollar gekostet. Was mich dabei brennend interessieren würde, wie viel davon vom Pentagon oder von von diesem abhängigen Geheiminstitutionen geflossen ist. Aber da es sich um Kriegspropaganda handelt, bleibt das wohl Kriegsgeheimnis.

Was die Amis in den folgenden Jahrzehnten mit ihrer hier siegreichen Armee auf der Welt angerichtet haben, im Hinblick auf den Zusatz im Titel: „Für die Freiheit“, das geht auf keine Kuhaut von Vietnam über Afghanistan- und zum Irakkrieg, zu schweigen von den Geheimeinsätzen in Lateinamerika und woanders. Wo ist da heute überall Freiheit? Und wieviel Freiheit davon ist in den USA geblieben? Vielleicht sollten Filmproduzenten es sich doch überlegen, Kriegsheldenfilme zu drehen. Das kommt nämlich beim heutigen Wissensstand und dem breiten Zugang zu Wissen und Information gar nicht gut.

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