Süß/Sauer.

Falls so ein Begriff für eine Romantic Comedy überhaupt möglich ist. Süß ist eine Romantic Comedy, wenn sie romantisch ist, wenn sie köstliche Liebesmomente hat; das Saure ist das andere.

Die Ehe von Helle (Birthe Neumann) und Peter (Kurt Ravn) ist nach 40 Jahren festgefahren, sie war immer für ihn da und hat sich auf die gemeinsame Zeit der Rente gefreut. Es gibt noch eine routinierte sexuelle Restaktivität. Mit der Pensionierung von Peter soll sich das ändern. Aber nicht so, wie Helle es sich vorstellt: dass sie ihre Beziehung neu definieren, dass sie sie auffrischen, dass sie Dinge zusammen erleben. Daran hat Peter überhaupt nicht gedacht.

Peter war ein erfolgreicher Geschäftsmann. Sie haben ein vornehmes Haus, etwas Vermögen, Erspartes. Peter hat auch Pläne. Darin kommt Helle nicht vor. Er will die Scheidung und zieht erst zur Tochter Nanna (Rikke Bilde), deren Mann und deren Tochter. Peter wollte nie ein Kind.

Der Schock der angepeilten Scheidung reißt Helle aus ihrer Reserve. Und es gibt ja nicht nur die Männer. Es gibt noch bekannte Ehepaare, es gibt eine Bankberaterin, es gibt Einladungen.

Hella Joof erzählt diese Geschichten nach dem Drehbuch von Mette Meeno mit leichter Hand und eindrücklichen nordischen Darstellerinnen. Sie hat Humor, Herzlichkeit. In den Film fließt viel Lebenserfahrung ein und das erwächst auf dem Boden der fruchtbaren und reichen skandinavischen Kinoerzähltradition.

Die Schlager-Chanson-Musik auf der Tonspur unterstreicht die enorme erzählerische Leichtigkeit, den amüsierten Blick auf die menschlichen Verhältnisse. Dass Wein (vom „Garten Eden“) dabei eine Rolle spielt, versteht sich von selbst und die respektvolle deutsche Synchro ist kein Genussverderber.

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