Doku-Tropfen in die richtige Richtung.

Ein bisschen in der Welt rumjetten, ein bisschen die Welt retten, Damon Gameau (Voll verzuckert) könnte seine Energien bestimmt schlechter einsetzen, wenn er zum Beispiel Werbefilme für Monsanto oder für Verbrennungsmotoren drehte.

Gameau hat auch ein Stück weit ein Konzept für seinen Film: er will weltweit Ansätze suchen, die heute schon praktiziert werden, die dazu beitragen, den CO2-Ausstoß zu verringern oder gar, CO2 aus der Luft zu binden. Er bewegt sich da als ein Tropfen in einem Strom von Filmen mit ähnlichen Themen, aktuell seit Mitte Oktober im Kino Aus Liebe zum Überleben von Bertram Verhaag, der sich ganz auf die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft – und ohne Weltreisen! – in Deutschland umgesehen hat.

Gameaus Projektion ausgehend von den heutigen Ansätzen basiert in seiner Familie, er versucht sich vorzustellen, in was für einer Welt sein Töchterchen Velvet 2040 leben wird. Dabei nutzt er die Chance, sich als liebenden Familienvater zu präsentieren. Wobei Velvet ihn wohl wochen- oder monatelang entbehren muss, wenn Papa wieder dokumentarisch weltweit unterwegs ist.

Technisch gesehen könnte so ein Film heute bestimmt mit deutlich kleinerem ökologischem Fußabdruck hergestellt werden mit Skype und anderen Internetkommunikationen. Dass er das nicht macht, beweist, dass er wohl einen gewissen Reise- und Abenteuerdrang hat; den möchte man auch niemandem verübeln. Aber genau dafür hat er keine Lösungen: ist Fliegen überhaupt nachhaltig möglich?

Der australische Filmemacher geht Ansätzen nach, wie die Stromerzeugung mit Solarpanelen und einer geschickten Vernetzung nachhaltig und demokratisch aufgebaut werden kann; er findet Beispiele in Bangladesh. Die ökologisch-nachhaltige Landwirtschaft ist ein Thema: Anbau von Misch-Getreidewiesen für die Kühe. Hier wird CO2 durch die Pflanzen gebunden, die Erde wieder lebendig gemacht.

Auch in den Städten sprießen inzwischen überall Begrünungsprojekte, in Gärten und auf Balkonen, Hausdächern und an Hauswänden. Gameau bringt statt trockener Info gerne auch animierte Skizzen, wie Dinge aussehen könnten oder lässt Experten wie verkleinerte Figürchen auf einem Windradgenerator sitzen oder er ilustriert die Entwicklungen mit seinem Donut-Rahmen-Projekt. Er hat etwas von einem unterhaltsamem Volkshochschullehrer und er selber will viele Bäume pflanzen für die Sünden seiner Dokureise und Zertifikate habe er dafür auch gekauft, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Dann hat er noch ein paar superkluge Kinder gefunden, die den Film mit dem Sujet „Kindermund“ süß garnieren.

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