Djon Africa

In den Tag hinein.

In natürlichem Erzählfluss und aus einem Guss schildert Joao Miller Guerra, der mit Pedro Pinho auch das Buch geschrieben und mit Filipa Reis die Regie geführt hat, eine Phase aus dem Leben des rundlichen Miguel (Miguel Moreira), eines jungen Capverders, der in Portugal bei seiner Oma lebt und bei ihr aufgewachsen ist.

Miguel verbringt die Tage in Portugal, stromert in der Stadt herum mit einer jungen Frau, sie tricksen im Klamottenladen, er führt sich auffällig auf, während sie unauffällig klaut.

Miguel kennt seinen Vater nicht. Er hat etwas Geld gespart und bucht ein Ticket zu den Capverdischen Inseln. Im Flugzeug wird im Gesprächen mit einer Miteisenden sein Identitätsproblem klar: von den Papieren her ist er Capverder, vom Kreolisch her, das er spricht, ein Ausländer.

Diese Vatersuche wird zum Roadmovie, das eine Mischung aus Sich-Treiben-Lassen mit Zielhaftigkeit ergibt. Denn die Angaben über Miguels Vater sind ungenau. Treiben lassen heißt: er verbringt einen Abend mit Damen in der Disco. Er hat sich für die Reise eine clownhafte Rastafrisur gebastelt. Die Damen nutzen ihn aus. Er trifft bei der weiteren Suche auf einem Boot zu einer Insel eine Alte. Bei der kann er das Modell, „seinen Garten pflegen“ üben: sie hat Ziegen, eine Kuh, etwas Getreideanbau.

Miguel wandert weiter. Das Roadmovie widmet sich vermehrt der unwiderstehlichen Landschaft der Cap Verden. Ein Anruf aus der Heimat ergibt unerwartet der Reise das wahre Ziel.

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