Anschluss an die Unendlichkeit,

diesen zu erreichen, das ist der Antriebsmotor für M. C. Escher.

Den Anschluss an die Unendlichkeit zu finden, das ist vielleicht das größte Ziel eines Künstlers, das höchste Ziel, das ihn und seine Kunst unsterblich macht. Unendlichkeit ist Unsterblichkeit. Dabei bezeichnet Escher sich selbst als Mathematiker. Er will nicht Kunst als Künstler machen. Er will die Schönheit darin sehen, auf einer endlichen, also begrenzten Fläche, wie der eines Papieres für einen Holzdruck beispielsweise, mit immer kleineren Linien und Formen (wie Vögel oder Fischen) zumindest an den Rand der Unendlichkeit vorzudringen, einen Zipfel Unendlichkeit zu erhaschen.

Einen wichtigen Schub in dieser Bewusstseinsbildung gab Escher die Betrachtung der maurischen Kunst der Alhambra. Aber er fühlt sich allein und unverstanden in seinem Bemühen und seiner einmaligen Sicht auf diese Schönheit.

Escher behauptet auch nicht, ein besonderes Talent für seine Suche zu haben. Andere könnten es besser. Aber er hat den Drang, dieses hartnäckige Bedürfnis, es immer und immer wieder zu versuchen, seinem Ziel, der Unendlichkeit, näher zu kommen.

Die Hippies in Kalifornien haben ungefragt und ohne zu bezahlen seine Motive genommen und mit psychodelischen Farborgien aufgemotzt – nicht zur Freude von Escher. Verdient hat er dabei nichts.

Seinen Lebensunterhalt, auch Gründung einer Familie, bestreitet er mit einem Erbe. Geld fängt er erst an zu verdienen, wie Time Life einen großen Bericht über ihn bringt.

Robin Lutz lässt in seiner quicklebendigen (man könnte ruhig noch mehr davon vertragen) Künstlerbiographie M. C. Escher selbst als Erzähler agieren, mit Texten, die von ihm stammen. In der deutschen Fassung trägt Matthias Brandt sie vor, eine exzellente Sprecherwahl hierfür.

Der Film, der dem losen Faden der Biographie folgt, setzt sich zusammen aus fantastischen Abbildungen seiner Werke, teils spielerisch animiert, aus Archivfootage (Fotos und Videos) und ist sparsam durchsetzt mit wenigen Statements von Graham Nash und Eschers beiden Söhnen und einer Schwiegertochter.

Die Tonspur ist um die Autobiographie-Texte herum gespickt mit klassischer Musik von Bach, den Escher verehrte, bis zu einer breiten Auswahl popkultureller Antörn-Musik, die die Bilder von Escher als mitten ins Leben hinein gehörig vermitteln und diese nicht pathetisch auf einen Verehrungssockel stellen.

Humorig wird es mit dem Symbol für seine Kunst- oder Arbeitsphilosophie, den Krempeltierechen. Und damit es garantiert nicht fad wird, bebildert Lutz in wenigen Sekunden Eschers Traum von der schnellen Reise rund um die Welt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar